
Polens lang erwartete Digitalisierung der Einwanderungsprozesse erreicht nächste Woche einen entscheidenden Meilenstein. Laut einer am 14. April veröffentlichten Mitteilung wird das Amt für Ausländer (UdSC) das bisherige Fallbearbeitungsmodul MOS 1.0 am Freitag, den 17. April, um 23:59 Uhr abschalten. Ab diesem Zeitpunkt können ausländische Staatsangehörige sich nicht mehr einloggen oder Entwürfe von Anträgen abrufen. Papieranträge werden nur noch bis zum 26. April akzeptiert, danach bleibt das System für zehn Tage komplett offline. Am 27. April startet die neu gestaltete Plattform MOS 2.0 unter mos.cudzoziemcy.gov.pl. Das neue Portal bündelt Anträge auf vorübergehenden, dauerhaften und langfristigen EU-Aufenthalt und ersetzt den physischen „Stempel“ durch eine herunterladbare Bestätigung mit QR-Code. Unterstützende Dokumente müssen elektronisch hochgeladen werden, Fotos werden künftig als ein einziges hochauflösendes JPEG eingereicht, und Antragsteller erhalten eine elektronische Eingangsbestätigung (UPO) anstelle eines Stempels. Für Arbeitgeber bedeutet die Abschaltung eine vollständige Unterbrechung der Online-Antragstellung im Land. Personalabteilungen mit Neueinstellungen ab Ende April wird empfohlen, Papieranträge per Kurier vor dem 26. April an den zuständigen Woiwoden zu senden oder die Einstellung bis zum Start von MOS 2.0 zu verschieben. Eine verspätete Antragstellung kann dazu führen, dass Entsandte keinen legalen Aufenthalt mehr haben und ihr Arbeitsrecht erlischt. Das UdSC hat klargestellt, dass nach dem Papierstichtag eingereichte Anträge nicht rückwirkend berücksichtigt werden. Obwohl die Benutzeroberfläche vollständig digital wird, bleibt die biometrische Erfassung bestehen: Antragsteller müssen weiterhin eine Woiwodschaftsbehörde aufsuchen, um Fingerabdrücke abzugeben. Branchenverbände begrüßen die Änderungen jedoch und erwarten kürzere Wartezeiten, schnellere Statusupdates und mehr Transparenz, sobald die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind. Multinationale Unternehmen aktualisieren bereits ihre internen Checklisten, schulen ihre Mobility-Teams zu den neuen Dateigrößenlimits und erinnern Entsandte daran, vor dem Starttag Polens vertrauenswürdige e-ID (Profil Zaufany) zu aktivieren.
Quelle: ONE PLUS Blog
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