
Immigration, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft Kanada (IRCC) hat am späten 20. April stillschweigend sein öffentlich zugängliches Dashboard für Bearbeitungszeiten aktualisiert – und die Zahlen bringen eine seltene gute Nachricht für Reisende und Bildungseinrichtungen: Anträge aus Indien werden in Ottawas Systemen deutlich schneller bearbeitet als noch vor einem Monat. Die April-Daten, zuerst vom Business Standard berichtet, zeigen, dass Entscheidungen zu Besuchervisa für indische Staatsbürger nun im Durchschnitt nur noch 23 Kalendertage dauern – im Vergleich zu 37 Mitte März und dem schnellsten Tempo seit der Zeit vor der Pandemie. Auch die Bearbeitung von Studiengenehmigungen hat sich beschleunigt und liegt nun bei etwa drei Wochen, während Entscheidungen zu offenen Arbeitserlaubnissen sich bei rund acht Wochen stabilisiert haben. Im Gegensatz dazu verzeichnen viele andere stark frequentierte Herkunftsmärkte nur marginale Verbesserungen, was verdeutlicht, wie IRCC Kapazitäten nach Indien verlagert, nachdem der diplomatische Streit im letzten Jahr die Personalbesetzung in den Visa-Büros in Chandigarh und Bengaluru beeinträchtigte. Für kanadische Universitäten und Sprachschulen, die für das Studienjahr 2026 im September rekrutieren, könnte der Zeitpunkt nicht besser sein. Die Einrichtungen kämpfen mit einer Obergrenze für internationale Studierende und strengeren Nachweisen der finanziellen Mittel; schnellere Genehmigungen beseitigen zumindest eine Unsicherheit für Zulassungsteams und deren Unternehmenspartner. Auch Geschäftsreisende profitieren: Kanada erteilte 2025 mehr als 120.000 kurzfristige Arbeitserlaubnisse an indische Fachkräfte, viele davon wurden über den Besuchervisastrom genehmigt, während die Antragsteller auf Entscheidungen zur Arbeitsmarktprüfung (LMIA) warteten. Dennoch bestehen weiterhin Lücken bei den Service-Standards. Der eigene Maßstab von IRCC für Besuchervisa außerhalb Kanadas liegt bei 14 Tagen, was bedeutet, dass Indien immer noch mehr als eine Woche hinterherhinkt. Super-Visa – beliebt bei Unternehmensentsandten, die Eltern und Angehörige mitbringen – dauern derzeit 182 Tage, deutlich über dem Ziel von 112 Tagen. Arbeitgeber müssen daher weiterhin mit Engpässen bei Familienzusammenführungen rechnen. Praktisch wird globalen Mobilitätsmanagern empfohlen: • Vollständige Anträge frühzeitig vor dem Reisedatum einzureichen, auch wenn die angegebenen Bearbeitungszeiten attraktiv erscheinen. • Das neue automatisierte Status-Update-Tool von IRCC zu nutzen, um Akten zu überwachen und Anfragen nach zusätzlichen Dokumenten innerhalb von 24 Stunden zu erkennen. • Alternative Einreisepunkte wie Calgary oder Halifax in Betracht zu ziehen, wo die Wartezeiten bei der Erstkontrolle meist kürzer sind als in Toronto und Vancouver und Papier-Visa schneller validiert werden können. Da Indien etwa ein Drittel aller temporären kanadischen Aufenthaltsgenehmigungen ausmacht, werden nachhaltige Effizienzsteigerungen Auswirkungen auf die Flugkapazitätsplanung, die Hotelnachfrage und – besonders wichtig – auf die Start-up-Ökosysteme in Ontario und British Columbia haben, die auf indische IT-Fachkräfte angewiesen sind. Ob die Verbesserung eine dauerhafte Kapazitätsverlagerung oder nur ein kurzfristiger Schub ist, bleibt abzuwarten. Die Botschaft ist jedoch klar: Reichen Sie Ihre Unterlagen frühzeitig ein, und Sie könnten viel schneller als gedacht im nächsten Flug nach Toronto sitzen.
Quelle: Business Standard