
Thailands stellvertretender Premierminister und designierter Außenminister Sihasak Phuangketkeow kündigte am 21. April an, dass Bangkok die visafreie Aufenthaltsdauer für 93 Länder, darunter das Vereinigte Königreich, von 60 auf 30 Tage halbieren wird. Diese Maßnahme, die bei einer außenpolitischen Pressekonferenz in Bangkok vorgestellt wurde, hebt einen pandemiebedingten Anreiz auf, der im Juli 2024 eingeführt wurde, um den Tourismus zu fördern. Behörden erklärten, dass Daten zeigen, dass über 90 Prozent der Besucher innerhalb von 30 Tagen abreisen, während die längere Aufenthaltsdauer für nicht deklarierte Arbeit, Immobilienspekulationen und Online-Betrugsmaschen missbraucht wurde. Die Einwanderungspolizei brachte kürzlich mehrere Cyberkriminalitätsverdächtige mit wiederholten 60-tägigen visafreien Einreisen in Verbindung. Aus Sicht der Personalmobilität verkürzt die Änderung das Zeitfenster für kurzfristige Einsätze und Projektarbeiten. Britische Unternehmen, die Mitarbeiter nach Thailand entsenden, müssen mit zusätzlichen Visakosten rechnen oder „Mehrfacheinreise-Touristenvisa“ bzw. Geschäftsvisa (Non-B) für Aufenthalte über 30 Tage beantragen. Überziehungen werden mit einer Tagesstrafe von 500 THB und möglicher Sperrung geahndet. Die Regelung soll Mitte Mai nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten, was den Fluggesellschaften zwei Wochen Zeit gibt, ihre Advanced Passenger Information (API)-Systeme anzupassen. Reiseverantwortliche sollten bevorstehende Reisen überprüfen und Mitarbeiter, die längere Remote-Work-„Workcations“ planen, darüber informieren, dass sie künftig eine formelle Einwanderungserlaubnis benötigen. Tourismusunternehmen befürchten, dass der kürzere Aufenthalt die Nachfrage bei Langstreckenreisenden dämpfen könnte, doch die Regierung argumentiert, dass höher zahlende Besucher meist unter einem Monat bleiben und daher nicht betroffen sind. Eine Überprüfung der Auswirkungen ist nach sechs Monaten vorgesehen.
Quelle: Kazinform News Agency