
Reisende, die die Puente de la Amistad zwischen Foz do Iguaçu (Brasilien) und Ciudad del Este (Paraguay) überquerten, erlebten in den frühen Morgenstunden des 22. April nahezu einen Stillstand. Der Ansturm auf den brasilianischen Feiertag Tiradentes traf auf das Wochenend-Shopping, was zu massiven Staus führte. Bilder der Receita Federal zeigen eine drei Kilometer lange Blechlawine auf der BR-277, während Tausende Tagesausflügler ihre Fahrzeuge zurückließen, um die Zollzone zu Fuß zu passieren. Der „ponto facultativo“ – ein freiwilliger freier Tag für Bundesangestellte, der meist einem nationalen Feiertag vorausgeht – sorgte dafür, dass die brasilianischen Kontrollstellen nur mit Minimalbesetzung arbeiteten, während Schnäppchenjäger in die zollfreien Einkaufszentren von Ciudad del Este strömten. Die Parkplätze auf der brasilianischen Seite waren bereits vor Sonnenaufgang voll, und Händler auf der paraguayischen Seite meldeten den geschäftigsten Wochentag des Jahres. Für Unternehmen, die Waren oder Personal über die Dreiländergrenze transportieren, ist die Stausituation eine deutliche Erinnerung daran, dass Brasiliens Feiertagskalender echte logistische Herausforderungen mit sich bringen kann. Spediteure berichteten von Verzögerungen von bis zu fünf Stunden bei verderblicher Fracht, und Reiseveranstalter mussten Busse über die weniger genutzte Tancredo-Neves-Brücke umleiten, was die Fahrstrecke um 70 Kilometer verlängerte. Die lokalen Behörden kündigten an, die Personalplanung für den nächsten Feiertagsspitzenverkehr am 1. Mai (Tag der Arbeit) zu überprüfen. Wirtschaftsverbände fordern jedoch eine dauerhafte Schnellspur für den gewerblichen Verkehr sowie Vorab-Abfertigungskioske für akkreditierte Grenzarbeiter. Bis dahin wird Risikomanagern geraten, zeitkritische Fahrten über Foz an brasilianischen Brückentagen zu vermeiden. Der Vorfall entfacht auch die Debatte um das seit Langem geplante elektronische Maut- und Verkehrsmanagementsystem für die BR-277 neu – das bisher noch nicht in Betrieb ist –, das den Behörden Echtzeit-Umleitungsoptionen hätte bieten können. Das Budget für die Technologie wurde 2024 genehmigt, die Umsetzung verzögerte sich jedoch nach einem Betreiberwechsel. Die Gesetzgeber stehen nun unter wachsendem Druck, das System vor der geschäftigen Juli-Feiertagsperiode einsatzbereit zu machen.
Quelle: La Nación (Paraguay)