
Nach jahrzehntelangen politischen Auseinandersetzungen wird die brasilianische Straßenbehörde DNIT am 4. Mai den detaillierten Bauzeitplan für die internationale San Javier–Porto Xavier-Brücke über den Uruguay-Fluss vorstellen. Die Ankündigung, die bereits am 21. April auf einem Regionalfestival in Misiones, Argentinien, vorab bekannt gegeben wurde, signalisiert, dass die Finanzierung in Höhe von 214 Millionen R$ (etwa 41 Millionen US-Dollar) gesichert ist und die Umweltgenehmigungen auf beiden Seiten der Grenze sich in der Endphase befinden. Die Schrägseilbrücke wird Porto Xavier (Rio Grande do Sul) mit San Javier (Misiones) verbinden und soll die Reisezeit zwischen Südbrasilien und dem Sojabohnenanbaugebiet Argentiniens um bis zu zwei Stunden verkürzen. Für Exporteure bedeutet das schnellere Lkw-Transporte zu den chilenischen Pazifikhäfen, die über Argentiniens modernisierten bioozeanischen Korridor erreichbar sind. Aus Mobilitätssicht wird die neue Verbindung auch den überlasteten Paso de los Libres–Uruguaiana-Korridor, 300 km nördlich, entlasten, wo sich die Wartezeiten für den Güterverkehr regelmäßig auf über acht Stunden summieren. Die lokalen Behörden rechnen mit einem täglichen Verkehrsaufkommen von 5.000 Fahrzeugen, sobald die Brücke 2029 eröffnet wird. Geplant ist eine eigene Spur für Busse sowie eine Zollfreizone, die brasilianischen Automobilzulieferern, die an argentinische Werke liefern, zugutekommen könnte. Das Projekt sieht eine sogenannte One-Stop-Grenzstation vor, die nach den Richtlinien der Mercosur-Zollunion gestaltet wird, sodass Fahrer beide Länder an einer einzigen Einrichtung passieren – ähnlich dem Modell Santo Tomé–São Borja. DNIT plant, die Bauarbeiten in zwei Losen auszuschreiben, wobei die Auftragnehmer 48 Monate für den Brückenbau und 12 Monate für den Ausbau der Zufahrtsstraßen und Kontrollgebäude Zeit haben. Unternehmen mit grenzüberschreitendem Personalwechsel sollten die Bauphase in ihre Reiseplanung einbeziehen: Vorübergehende Fahrspur-Sperrungen auf der BR-392 und AR-105 sind zu erwarten, und die derzeitige Autofähre über den Fluss wird eingestellt, sobald schwere Baumaschinen eingesetzt werden. Dennoch bietet der Zeitplan nach Jahren zäher Verhandlungen eine seltene Planungssicherheit für Logistikverantwortliche.
Quelle: Agencia de Noticias Guacurari