
In einem am 15. April 2026 durchgesickerten Schreiben fordert der Airport Council International (ACI) Europe die Europäische Kommission auf, Notfallmaßnahmen zu ergreifen, um einem „systemischen Mangel“ an Flugbenzin bis Mitte Mai vorzubeugen, falls die Straße von Hormus weiterhin blockiert bleibt. Rund 40 % des weltweiten Flugtreibstoffs passieren normalerweise diese Wasserstraße, und an mehreren italienischen Flughäfen wird der Vorrat bereits rationiert. Die Warnung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Schweiz. Zürich und Genf importieren den Großteil ihres Jet A-1 über norditalienische Pipelines; eine längere Rationierung südlich der Alpen würde das gesamte Netzwerk beeinträchtigen. SWISS hat Szenarien entwickelt, um bei Zuteilungen Rückführungs- und Frachtflüge zu priorisieren, während das Bundesamt für Zivilluftfahrt die Mindestreservevorschriften überprüft. Reisebüros melden einen Anstieg an Firmenanfragen zu alternativen Bahnverbindungen für inner-europäische Reisen. Auf der Wunschliste des ACI stehen unter anderem die Aussetzung bestimmter EU-Umweltvorschriften zu Methanemissionen in Raffinerien, koordinierte strategische Treibstoffkäufe und vorübergehende staatliche Beihilfen für Fluggesellschaften. Brüssel wird voraussichtlich am 22. April ein Krisenpaket vorlegen. Das Bundesamt für Verkehr in Bern erklärt, die Schweiz werde die EU-Maßnahmen im Rahmen des Luftverkehrsabkommens übernehmen und so Zugang zu gemeinsamen Beschaffungsprogrammen erhalten. Aus Mobilitätssicht könnte eine Treibstoffrationierung zu fortlaufenden Flugausfällen, Fahrpreiserhöhungen und strengeren Gepäckbestimmungen führen – gerade jetzt, wo viele Expat-Familien ihre Sommerumzüge planen. Arbeitgeber werden geraten, wichtige Reisen frühzeitig zu buchen, Umzugssendungen flexibel zu halten und Fluggesellschaften auf gebührenfreie Umbuchungsoptionen zu beobachten. Langfristig beschleunigt die Krise die Investitionen in nachhaltigen Flugtreibstoff (SAF). Das in Genf ansässige Start-up Synhelion, das Anfang des Jahres einen Abnahmevertrag mit SWISS unterzeichnete, betont, dass die Krise die Notwendigkeit einer inländischen, fossilenfreien Flugbenzinproduktion unterstreicht, um Binnenländer wie die Schweiz vor geopolitischen Schocks zu schützen.
Quelle: International Business Times UK
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