
Die bilaterale Parlamentsgruppe Österreichs für die Ukraine wird am Montag, dem 27. April, von Wien nach Kiew aufbrechen, wie aus dem am 24. April vom Parlaments-Pressedienst veröffentlichten Programm hervorgeht. Die dreitägige Mission umfasst Treffen mit dem Vorsitzenden der Werchowna Rada, Ruslan Stefantschuk, sowie Mitgliedern mehrerer Ausschüsse, die sich mit Wiederaufbau und EU-Integration befassen. Obwohl die Reise als Zeichen der Solidarität dargestellt wird, hat sie Auswirkungen auf die Mobilität von Dutzenden von Beamten, Beratern und Medienvertretern, die zunächst mit einem Bahn-Shuttle von Wien nach Przemyśl reisen und dann in einen nächtlichen Evakuierungszug in die ukrainische Hauptstadt umsteigen – derzeit der einzige praktikable Korridor seit der Schließung des ukrainischen Luftraums im Jahr 2022. Die Reisesicherheitsabteilung der Kanzlei hat neue Richtlinien herausgegeben, die alle Delegationen verpflichten, satellitengestützte Ortungsgeräte mitzuführen und ihre Reiserouten vorab auf der EU-Konsularplattform SAFE zu registrieren. Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen weisen darauf hin, dass dieses neue Protokoll, obwohl es für Abgeordnete konzipiert ist, sich schnell als Best Practice für Ingenieure aus der Privatwirtschaft und NGO-Mitarbeiter etabliert, die in den Westen der Ukraine entsandt werden. Versicherer verlangen bereits vergleichbare Ortungssysteme für Mitarbeiter, deren Reiserouten die Bahnstrecke Lwiw–Kiew einschließen. Für die Einwanderungsplanung unterstreicht der Besuch einen aufkommenden Trend: Kurzfristige diplomatische und Projektreisen in die Ukraine nehmen wieder zu, doch müssen Entsandte weiterhin mehrgleisige Routen einplanen, die in der Regel jeweils 18 bis 24 Stunden zusätzlich bedeuten. Unternehmen sollten ihre Schengen-Aufenthaltsregelungen genau prüfen, da die Zeit, die beim Transit durch Polen verbracht wird, auf die 90/180-Tage-Regel für Drittstaatsangehörige mit Schengen-C-Visum angerechnet wird. Das Parlamentsbüro deutet an, dass Folgebesuche vierteljährlich stattfinden könnten, als Teil von Österreichs Beitrag zur EU-Planung des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Mobilitätsteams, die österreichische Auftragnehmer bei Ausschreibungen für ukrainische Infrastrukturprojekte unterstützen, sollten sich daher auf einen anhaltenden Anstieg des Shuttle-Verkehrs zwischen Wien und Kiew einstellen und ihre Krisenreaktionsprotokolle aktuell halten.
Quelle: APA-OTS / Parliament of Austria
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