
Die Lufthansa Group überraschte den Markt am 22. April mit der Ankündigung, bis Ende Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen – das entspricht etwa einem Prozent der geplanten Sitzplatzkapazität. Dieser drastische Einschnitt ist eine direkte Reaktion auf die seit der Eskalation des Nahostkonflikts auf über 120 USD pro Barrel gestiegenen Kerosinpreise. Während die stärksten Kürzungen bei den Lufthansa CityLine-Verbindungen ab Frankfurt und München erfolgen, baut die Gruppe gleichzeitig ihre Aktivitäten an den sekundären Drehkreuzen in Zürich, Brüssel und vor allem für österreichische Unternehmen in Wien aus. Austrian Airlines übernimmt mehrere Zubringerflüge, die bisher über Frankfurt liefen, und sichert so die nahtlose Anbindung Wiens an Langstreckenverbindungen über den Atlantik und nach Asien. Mobilitätsmanager sollten beachten, dass einige Verbindungen nun einen Umstieg am selben Terminal in Wien statt eines Transfers zwischen verschiedenen Drehkreuzen in Deutschland erfordern, was sowohl die Mindestumsteigezeit verkürzt als auch eine erneute EES-Fingerabdruckregistrierung vermeidet. Die Umstrukturierung des Streckennetzes soll rund 40.000 Tonnen Treibstoff einsparen, die Gruppe gegen Preisschwankungen absichern und dem Ziel einer Emissionsreduktion bis 2030 näherbringen. Die erste Phase begann bereits mit 120 täglichen Flugstreichungen bis zum 31. Mai. Passagiere mit gebuchten Flügen erhalten automatische Umbuchungsbenachrichtigungen, doch Unternehmen sollten prüfen, ob die neuen Verbindungen weiterhin den unternehmensinternen Vorgaben zu Serviceklassen und maximalen Reisezeiten entsprechen. Aus Sicht der Einsatzplanung könnte die Aufstockung in Wien die Sitzplatzverfügbarkeit in der Hauptreisezeit sogar verbessern, insbesondere bei transatlantischen Verbindungen über die Joint-Venture-Partner der Lufthansa. Firmen mit Umzügen über Austrian Airlines sollten zudem die Freigepäckregelungen überprüfen, da einige inner-europäische Strecken von Airbus A320-Familienmaschinen auf Embraer E195 umgestellt werden. Strategisch werten Analysten diesen Schritt als Beschleunigung des langfristigen Ziels der Lufthansa Group, Zubringerverkehr auf die kosteneffizientesten Drehkreuze zu konzentrieren. Für Wien bedeutet das mehr Verkehr, mehr Crew-Übernachtungen und möglicherweise eine steigende Nachfrage nach Langzeitunterkünften – ein Trend, den globale Mobilitätsteams im Auge behalten sollten.
Quelle: Aviation A2Z
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