
Polens Minister für Hochschulbildung, Marcin Kulasek, erklärte am 25. April gegenüber der Polnischen Presseagentur, dass die neue zentristische Regierung eine internationale Rekrutierungsoffensive startet, um den starken Rückgang der inländischen Studienbewerber auszugleichen. Memoranden werden derzeit mit der Türkei, Südkorea, Vietnam und Usbekistan verhandelt, und letzte Woche wurde mit Usbekistan eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ausländische Studierende sind zu einem wichtigen Bestandteil von Polens Talentpipeline und der Gesamtwirtschaft geworden. Ihre Zahl stieg von unter 9.000 im Jahr 2004 auf über 108.000 im akademischen Jahr 2024/25 und bringt schätzungsweise jährlich 6,8 Milliarden PLN (1,6 Milliarden Euro) in die Bereiche Wohnen, Einzelhandel und Dienstleistungen. Das Wachstum stagnierte 2024, nachdem die vorherige Regierung die Visabestimmungen für Studierende verschärft hatte, nachdem Missbrauchsfälle bekannt wurden, bei denen Bewerber die Einschreibung als Sprungbrett für illegale Arbeit in anderen EU-Ländern nutzten. Kulasek betonte, dass diese Schutzmaßnahmen bestehen bleiben, versprach jedoch schnellere und transparentere Visaverfahren sowie erweiterte Polnisch-Vorbereitungskurse. Die Nationale Agentur für Akademischen Austausch (NAWA) wird zudem ein Pilotprogramm „Study & Stay“ starten, das Absolventen aus MINT-Fächern einen vereinfachten Weg zur EU-Blauen Karte ermöglicht. Für multinationale Arbeitgeber, insbesondere in den Bereichen IT und Business Process Outsourcing, könnte die Initiative die Nachwuchstalente auffüllen, die durch den beschleunigten Geburtenrückgang knapp werden. Universitäten sehen die ausländischen Einschreibungen als entscheidend an, um Studienangebote und Forschungsbudgets aufrechtzuerhalten. Praktischer Tipp: Mobility-Teams in Unternehmen sollten die bevorstehenden Änderungen der Visabestimmungen genau verfolgen und eine Zusammenarbeit mit Universitäten bei Praktikumsprogrammen in Betracht ziehen, die Blue-Card-Anträge fördern können. Studierende im System müssen mit einer strengeren Überprüfung ihres Studienfortschritts rechnen, erhalten aber auch klarere Optionen für die Arbeit nach dem Abschluss.
Quelle: Notes From Poland
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