
Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat das französische Innenministerium um eine dreimonatige Aussetzung des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) von Juni bis September 2026 gebeten. In einem ausführlichen Schreiben, das der Luftfahrtseite Flywest am 4. Mai vorlag, beklagt die Airline, dass Passagiere an den Flughäfen Beauvais, Marseille und Nantes bereits jetzt Wartezeiten von bis zu zwei Stunden und das Risiko verpasster Flüge haben. Ryanair argumentiert, dass die Personalstärke der Grenzpolizei und die Anzahl der Kontrollterminals für den erwarteten Ansturm von Freizeitreisenden nach Schuljahresende nicht ausreichen. Obwohl das Unternehmen die Sicherheitsziele des EES unterstützt, bezeichnet es die Einführung des Systems in der Hochsaison als „betrieblich unverantwortlich“. Die Airline fordert, dass Frankreich vorübergehend wieder auf manuelle Passstempel zurückgreift – eine Option, die unter einer EU-„Flexmodus“-Entscheidung vom 2. Mai erlaubt ist. Dieser Antrag erhöht den politischen Druck auf Paris, das bislang nur begrenzte, fallbezogene Ausnahmen in Aussicht gestellt hat. Weitere Fluggesellschaften und ACI Europe unterstützen Ryanairs Forderung und warnen, dass Verzögerungen an den Gates sich auf die Flugzeugabfertigungszeiten, Slot-Strafen und die Einhaltung der Dienstzeiten der Crew auswirken. Für Mobilitäts- und Reisemanager wird eine frühzeitige Kommunikation entscheidend sein. Unternehmen mit vielen saisonalen Entsandten oder Praktikanten sollten zusätzliche Transitzeiten einplanen und beobachten, ob die französischen Behörden eine umfassendere Sommerausnahme gewähren, die die Abläufe am Gate plötzlich verändern könnte.
Quelle: Flywest