
Das französische Haut-commissariat au plan (HCP) veröffentlichte am 5. Mai 2026 einen alarmierenden Bericht, der vor dem anhaltenden Geburtenrückgang warnt – mit nur 644.000 Geburten im Jahr 2025, ein Rückgang von 24 % seit 2010. Dies gefährde langfristig die Tragfähigkeit des französischen Sozialschutzsystems. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören eine beschleunigte Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt sowie eine „selektive, aber substanzielle“ Erhöhung der Wirtschaftsmigrationsquoten, insbesondere für Berufe im Gesundheitswesen, Ingenieurwesen und im Bereich grüner Technologien. Das HCP empfiehlt eine erleichterte Anerkennung ausländischer Qualifikationen, beschleunigte Aufenthaltserlaubnisse für Mangelberufe und den Ausbau von Französischkursen, die gemeinsam von Arbeitgebern und Staat finanziert werden. Zudem schlägt es bedingte Wege zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für Absolventen französischer Universitäten in MINT-Fächern vor. Premierminister Sébastien Lecornu begrüßte die „klare Analyse“ des Berichts, betonte jedoch, dass mögliche Quotenanhebungen an strengere Integrationskriterien und regionale Arbeitsmarktplanung gekoppelt werden. Die Gewerkschaften sind gespalten: Einige befürchten Lohndruck, während Wirtschaftsverbände argumentieren, dass Frankreich ohne Fachkräfte aus dem Ausland seine Ziele zur Dekarbonisierung und Reindustrialisierung bis 2030 nicht erreichen kann. Für internationale Personalverantwortliche ist der Bericht ein frühes Signal, dass Frankreich in den kommenden Monaten von sicherheitsorientierten zu qualifikationsorientierten Migrationsdebatten übergehen könnte. Unternehmen sollten die bevorstehenden arbeitsmarktpolitischen Verordnungen genau verfolgen und ihre Fachkräfteengpässe dokumentieren, um diese in die Konsultationen einzubringen.