
Reisende am Vancouver International Airport (YVR) erlebten am Samstag, den 10. Mai, eine deutliche Zunahme von Unregelmäßigkeiten: 58 Abflüge verzögerten sich, vier wurden gestrichen, wie Echtzeit-Flugverfolgungsdaten der Branchenplattform The Traveler zeigen. Die Störungen betrafen Air Canada, WestJet, United Airlines sowie mehrere Regionalfluggesellschaften und wirkten sich sowohl auf Inlands- als auch grenzüberschreitende Verbindungen aus. Anders als die Winterstürme zu Jahresbeginn ereignete sich der Vorfall bei weitgehend ruhigem Wetter. Luftfahrtexperten führen die Probleme vielmehr auf chronische Netzengpässe zurück – verspätete Ankünfte aus anderen Drehkreuzen, Einschränkungen bei der Einsatzzeit der Crews und begrenzte Reservekapazitäten. Wenn ein verspätetes Flugzeug seinen geplanten Turnaround verpasst, wirken sich die Verzögerungen auf eng getaktete Abflugwellen aus, besonders an slotbeschränkten Flughäfen wie Vancouver. Das Timing traf Geschäftsreisende hart, die am Wochenende Anschlussflüge für Montagstermine planten. Verpasste Verbindungen in Toronto, Calgary und US-Drehkreuzen zwangen einige Passagiere zu Übernachtungen oder teuren Last-Minute-Umbuchungen. Die Airlines setzten die üblichen Umbuchungsregeln um, doch die begrenzte Sitzplatzverfügbarkeit in der Hauptreisezeit ließ wenig Spielraum. Die Situation in Vancouver spiegelt einen breiteren Trend in Nordamerika wider, da Fluggesellschaften ihre Flugpläne angesichts von Wartungsrückständen und anhaltenden Personalengpässen neu strukturieren. Mobilitätsmanager raten nun, bei Flügen über Drehkreuze mindestens zwei Stunden Puffer einzuplanen und flexible Tarife zu buchen. Reisende sollten zudem die Apps der Airlines installieren, um Push-Benachrichtigungen zu erhalten, und ihre Rechte gemäß der kanadischen Fluggastrechteverordnung kennen, die Entschädigungen bei von der Airline zu verantwortenden Verspätungen vorsieht. Flughafenvertreter berichteten, dass sich der Betrieb bis Sonntagmorgen normalisiert habe, wiesen jedoch darauf hin, dass laufende Start- und Landebahnwartungen sowie Maßnahmen zur Steuerung des Luftverkehrs in der Hauptreisezeit weitere Engpässe verursachen könnten. Auch Unternehmen mit wichtigen Frachtlieferungen im Frachtraum beobachten die Slot-Performance am YVR genau, da Verzögerungen beim Flugzeugturnaround zu verpassten Lkw-Anschlüssen in den Verteilzentren im Fraser Valley führen können.
Quelle: The Traveler