
Das US-Justizministerium (DOJ) reichte am 11. Mai 2026 eine Bundesklage gegen das neue Immigrant Safety Act von New Mexico und die Safer Community Places-Verordnung von Albuquerque ein. Es wird argumentiert, dass beide Maßnahmen die bundesstaatliche Einwanderungsdurchsetzung unrechtmäßig behindern und gegen die Verfassungsklausel zur Vorrangigkeit des Bundesrechts verstoßen. Das Landesgesetz, das am 20. Mai in Kraft treten soll, verbietet die Nutzung staatlicher Einrichtungen zur Inhaftierung von Personen wegen bundesstaatlicher zivilrechtlicher Einwanderungsverstöße. Die städtische Verordnung schränkt die Zusammenarbeit mit der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) ein und verlangt eine 24-Stunden-Benachrichtigung der Mitarbeiter, wenn Bundesbeamte vor Ort erscheinen. Bundesanwälte erklären, die Bestimmungen würden „absichtlich langjährige, freiwillige Partnerschaften“ zwischen lokalen Behörden und dem Heimatschutzministerium behindern. Ähnliche Klagen des DOJ laufen bereits gegen Los Angeles, Minneapolis–St. Paul und New York City, was auf eine landesweite, aggressive Kampagne zur Eindämmung sogenannter Sanctuary-Politiken in der zweiten Amtszeit der Trump-Regierung hinweist. Albuquerque-Bürgermeister Tim Keller verteidigte die Verordnung und betonte, dass sie es Einwanderern ermögliche, ohne Angst vor überraschenden Razzien den Notruf 911 zu wählen oder ihre Kinder zur Schule zu schicken. Bürgerrechtsgruppen kündigten schnell ihre Unterstützung an und argumentierten, die Bundesregierung könne lokale Ressourcen für Einwanderungszwecke nicht einfach in Anspruch nehmen – eine Frage, die der Oberste Gerichtshof bisher nicht abschließend geklärt hat. Für Mobility-Manager verdeutlicht der Fall die komplexe Compliance-Lage, mit der US-Arbeitgeber bei der Entsendung von Mitarbeitern über Bundesstaaten hinweg konfrontiert sind. Ein Gastgeschäftsführer mit L-1-Visum, der in Albuquerque arbeitet, könnte etwa erleben, dass die örtliche Polizei eine ICE-Haftanordnung nicht anerkennt, während derselbe Geschäftsführer in Houston sofort von Bundesbehörden festgenommen werden könnte. Unternehmen sollten ihre Krisenreaktionsprotokolle für reisende Mitarbeiter überprüfen und sicherstellen, dass externe Rechtsberater auf unterschiedliche Durchsetzungsumgebungen vorbereitet sind. Die Klage könnte auch private Verträge für Haftdienste betreffen, auf die viele multinationale Unternehmen für Mitarbeiterhintergrundprüfungen und Visamedizin angewiesen sind. Sollten bundesstaatliche Haftplätze in New Mexico knapp werden, könnten Antragsteller in Nachbarstaaten umgeleitet werden, was zu Terminengpässen und Reiseunterbrechungen führen würde.
Quelle: Smart Cities Dive
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