
Am 12. Juni um 00:00 Uhr MEZ trat der lang diskutierte Pakt der Europäischen Union zu Migration und Asyl in Kraft, womit für die Mitgliedstaaten eine zweijährige Umsetzungsfrist begann. Das Bulletin von Agence Europe vom 13. Juni bestätigt, dass Frankreich bereits das Dekret 2026-454 vom 6. Juni verabschiedet hat, das seinen Code de l’entrée et du séjour des étrangers (CESEDA) an die neuen Screening- und Solidaritätsvorgaben anpasst. Wichtige Änderungen für Frankreich umfassen die verpflichtende biometrische Erfassung aller Asylbewerber ab sechs Jahren, beschleunigte Grenzverfahren bei offensichtlich unbegründeten Anträgen sowie eine rechtliche Grundlage zur jährlichen Umverteilung von bis zu 3.000 Migranten an Partnerstaaten im Rahmen des EU-Solidaritätspools. Das Office français de l’immigration et de l’intégration (OFII) muss begründete Entscheidungen treffen, die die verfahrensrechtlichen Garantien des Pakts respektieren. Für multinationale Arbeitgeber zeigt sich die unmittelbarste Auswirkung in der Umstrukturierung der Kapazitäten von Abschiebezentren und einer möglichen Neupriorisierung der Personalressourcen in den Präfekturen. Personalverantwortliche, die schnelle Arbeitserlaubnisse anstreben, müssen mit längeren Bearbeitungszeiten in Abteilungen rechnen, die Mitarbeiter für Asylprüfungen abstellen. Anwaltskanzleien erwarten eine Zunahme von Rechtsstreitigkeiten vor dem Nationalen Asylgericht, da die neuen, strengeren Fristen auf die Probe gestellt werden. Die Kommission verspricht detaillierte Leitfäden bis Oktober, während Quellen im Innenministerium in Paris berichten, dass Pilotprogramme an den Flughäfen Roissy und Marseille bereits im August starten sollen. Fluggesellschaften mit Verbindungen nach Frankreich müssen ihre Schulungsmaterialien zur Haftung der Beförderer aktualisieren, um die neuen Regeln zur Dokumentenprüfung vor dem Boarding gemäß der Screening-Verordnung des Pakts zu berücksichtigen. Zivilgesellschaftliche Gruppen warnen, dass die beschleunigten Verfahren das Risiko von Verfahrensfehlern erhöhen, während Wirtschaftsverbände klarere Regeln begrüßen, die langfristig Kapazitäten in den Präfekturen für Arbeitsmigration freimachen könnten, sobald die anfänglichen Rückstände abgebaut sind.
Quelle: Agence Europe
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