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Macron lehnt Offshore-„Rückführungszentren“ für Migranten beim Brüsseler Gipfel ab

Juni 20, 2026
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Macron lehnt Offshore-„Rückführungszentren“ für Migranten beim Brüsseler Gipfel ab
Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss des Europäischen Rates in Brüssel am 19. Juni 2026 legte Präsident Emmanuel Macron die roten Linien Frankreichs zum neu verabschiedeten Rückführungsreglement der EU dar. Während das neue Gesetz es den Mitgliedstaaten erleichtert, Personen ohne rechtlichen Aufenthaltsanspruch abzuschieben, erlaubt es den Regierungen auch, in Drittstaaten, die bereit sind, Rückkehrer aufzunehmen, sogenannte Verarbeitungs- oder „Rückführungszentren“ einzurichten. Macron machte deutlich, dass Paris an diesem Modell nicht teilnehmen werde und betonte: „Kein Zentrum in einem Drittstaat hat jemals wirklich funktioniert.“ Die Position des französischen Präsidenten spiegelt die innenpolitische Lage wider. Seit den Terroranschlägen 2015 halten aufeinanderfolgende Regierungen strenge Kontrollen an den Schengen-Binnengrenzen aufrecht, und Umfragen zeigen vor den Parlamentswahlen 2027 eine wachsende Sorge der Wähler über irreguläre Migration. Mit der Ablehnung externer Haftstätten distanziert sich der Élysée-Palast von Vorschlägen der rechten Hardliner, unterstützt aber gleichzeitig schnellere Abschiebungen durch bessere Zusammenarbeit mit Herkunftsländern und neue biometrische Datenbanken wie das Ein- und Ausreisesystem (EES). Für Teams im Bereich Unternehmensmobilität ergibt sich daraus eine doppelte Botschaft: Erstens wird Frankreich weiterhin auf effiziente, aber rechtlich abgesicherte Rückführungsverfahren innerhalb der EU drängen, anstatt diese auszulagern. Zweitens sollten Unternehmen damit rechnen, dass die derzeitige Flickenteppich-Situation der französischen Binnengrenzkontrollen mindestens bis Oktober 2026 bestehen bleibt, jedoch nicht durch Offshore-Lager ergänzt wird, die Familienzusammenführungen oder humanitäre Transfers zusätzlich erschweren könnten. Praktische Konsequenz: Arbeitgeber, die Mitarbeiter nach Frankreich entsenden oder von dort abziehen, müssen mit strengeren Dokumentenkontrollen an Straßen- und Bahnübergängen zu Belgien, Luxemburg, Italien und Spanien rechnen, jedoch ohne Änderungen bei den bestehenden Visakategorien. Personalabteilungen sollten Reisende darauf vorbereiten, Beschäftigungsnachweise oder Entsendeschreiben mitzuführen und bei der Überquerung der EU-Binnengrenzen, insbesondere in der Hauptreisezeit im Sommer, mehr Zeit einzuplanen.
Quelle: Reuters (via Internazionale)

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