
Ab heute, am 24. Juni 2026, aktiviert Brasilien offiziell das spezielle Visum- und Einwanderungsregime aus Kapitel VIII des Gesetzes 15.421/2026 – dem rechtlichen Rahmen für die Ausrichtung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027. Obwohl das Gesetz bereits am 1. Juni verabschiedet wurde, treten die migrationsrechtlichen Bestimmungen erst ab dem 24. Juni in Kraft. Das Außenministerium und das Justizministerium können nun temporäre Event-Visa und elektronische Besuchervisa (e-Visa) über einen vollständig digitalen Prozess ausstellen. Das neue System verzichtet auf Konsulatsaufkleber und ermöglicht es Antragstellern – darunter Athletinnen, Medienvertreter, FIFA-Funktionäre, Sponsoren, akkreditierte Dienstleister und deren Familienangehörige – den Antrag komplett online zu stellen, biometrische Daten bei der Ankunft zu übermitteln und **alle für das Turnier notwendigen Tätigkeiten** ohne gesonderte Arbeitserlaubnis auszuüben. Die Gültigkeit mit mehrfacher Einreise entspricht dem Turnierzeitraum (Januar 2026 bis Dezember 2027), wobei ein Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Einreise möglich ist, mit einmaliger Verlängerung. So wird es internationalen Teams erleichtert, Trainingslager und Testveranstaltungen vor dem Turnier zu organisieren. Besonders wichtig für Unternehmen, die Mitarbeiter entsenden oder hochqualifizierte Fachkräfte einbringen: Das Gesetz schreibt vor, dass Visa-Entscheidungen innerhalb von fünf Werktagen getroffen werden müssen und erkennt ausdrücklich Remote-Arbeit an, sodass akkreditierte Ausländer während ihres Aufenthalts in Brasilien weiterhin für ihren ausländischen Arbeitgeber tätig sein können. Das Außenministerium muss innerhalb von 45 Tagen eine ergänzende Verordnung veröffentlichen, die technische Details zum neuen e-Visa-Portal und zur API-Anbindung regelt, damit Mobilitätsteams der Sponsoren Daten in großen Mengen einreichen können. Einwanderungsberater warnen, dass die Reisedynamik nach Bekanntgabe der Spielpläne stark ansteigen wird. Unternehmen sollten daher ihre Projektpläne überprüfen, den Personalbedarf für Visa ermitteln und zusätzliche Zeit für die noch zu definierende biometrische Erfassung bei der Ankunft an den ausgewiesenen Flughäfen einplanen. Für Brasilien markiert dieser Tag einen wichtigen Meilenstein: Der logistische Countdown hat nun endgültig begonnen. Die Regierung hofft, dass das vereinfachte Verfahren die Visumsengpässe früherer Großveranstaltungen vermeidet und die neue digitale Einwanderungsinfrastruktur Brasiliens sowohl bei Investoren als auch Touristen positiv in Szene setzt.