
Tausende Flugreisende auf dem Weg zum Flughafen Mailand-Malpensa standen am Morgen des 25. Juni ohne Zugverbindung da, nachdem Diebe Signalkabel in der Nähe von Sacconago an der Strecke Busto Arsizio–Novara durchtrennt hatten. Trenord und RFI setzten den Verkehr auf dem Korridor Malpensa-Busto Arsizio-Novara ab 2:00 Uhr aus Sicherheitsgründen aus, während Techniker die gestohlenen Kupferkabel ersetzten. Die Sperrung führte zur vollständigen Einstellung des Regionale 51 Gallarate–Malpensa–Milano Centrale und reduzierte den Malpensa Express auf einen stark eingeschränkten Fahrplan mit Endstation Busto Arsizio Nord. Ersatzbusse fuhren alle 30 Minuten zwischen Bahnhof und Flughafen, doch die Fahrzeiten verdreifachten sich, sodass viele Reisende ihre Frühflüge verpassten. Fluggesellschaften rieten ihren Kunden, mindestens vier Stunden vor Abflug anzureisen oder auf Busverbindungen von den Bahnhöfen Milano Centrale und Cadorna umzusteigen. Auch Güterverkehrsunternehmen leiteten ihre Fracht um, was den ohnehin stark belasteten Straßenverkehr in der Lombardei zusätzlich belastete. Die Business-Travel-Beratung BCD Italy schätzte, dass der Vorfall Unternehmen bis zu 1,2 Millionen Euro an Kosten für Umbuchungen, Hotelübernachtungen und Produktivitätsverluste verursachen könnte – ein deutliches Zeichen dafür, wie Kleinkriminalität an der Infrastruktur die Mobilitätskosten von Unternehmen in die Höhe treibt. RFI kündigte an, den Normalbetrieb „am späten Nachmittag“ wieder aufzunehmen, warnte jedoch vor anhaltenden Verzögerungen durch die Neukalibrierung der Signalanlagen. Die Carabinieri haben Ermittlungen aufgenommen; ähnliche Kupferdiebstähle auf derselben Strecke hatten bereits im Februar und Oktober 2025 stattgefunden. Branchenverbände fordern das Verkehrsministerium auf, die Umstellung auf Aluminiumkabel – die auf dem Schrottmarkt weniger attraktiv sind – zu beschleunigen und die Drohnenüberwachung entlang kritischer Streckenabschnitte auszuweiten. Für multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter über Malpensa leiten, lautet die Empfehlung, Trenord-Meldungen genau zu verfolgen, Taxigutscheine bereitzuhalten und in den Nachtstunden, wenn die Sicherheitskontrollen schwächer sind, alternative Routen über Mailand-Linate oder Bergamo-Orio al Serio in Betracht zu ziehen.
Quelle: La Provincia di Varese