
Die Botschaft Indiens in Abu Dhabi hat bestätigt, dass die routinemäßige Ausstellung von Pässen, Visa-Stempeln und Dokumentenbeglaubigungen für die 3,5 Millionen starke indische Gemeinschaft in den VAE vom Geschäftsschluss am 25. Juni bis zum 30. Juni 2026 pausieren wird. Diese Unterbrechung dient dem Übergang vom bisherigen Dienstleister BLS International zum neuen Partner Al Hind Tours & Travel LLC, der ab dem 1. Juli die Dienstleistungen übernimmt. Notfälle werden weiterhin an den Schaltern der Botschaft und Konsulate bearbeitet. Arbeitgeber mit großen indischen Belegschaften – insbesondere in den Bereichen Bau, Gesundheitswesen und IT-Dienstleistungen – wurden gebeten, Aus- und Wiedereinreisen sowie Auslandseinsätze auf Anfang Juli zu verschieben. Personalabteilungen sollten sicherstellen, dass Mitarbeiter, deren Pässe sich bereits zur Abholung befinden, diese bis zum 25. Juni abholen, da sonst eine Wartezeit von fünf Tagen droht. Der Wechsel folgt Indiens Bestreben, ausgelagerte konsularische Verträge weltweit zu bündeln und strengere biometrische Standards einzuführen. Für Antragsteller bleiben die Gebühren weitgehend unverändert, jedoch verlegen sich die Antragszentren in Abu Dhabi, Dubai, Sharjah und Al Ain an neue Standorte. Al Hind kündigt die Einführung eines neuen Terminportals mit integriertem Status-Tracking und WhatsApp-Benachrichtigungen an. Reise-Risikoberater empfehlen Unternehmen, die Gültigkeit der Pässe genau zu überwachen: Für die Verlängerung von Aufenthaltsvisa in den VAE sind mindestens sechs Monate Restgültigkeit erforderlich, was insbesondere für Arbeiter mit Dreijahrespässen schnell zum Problem werden kann. Notfall-Reisedokumente werden zwar ausgestellt, erlauben jedoch keine Wiedereinreise in die VAE nach der Ausreise. Langfristig soll die Einführung des elektronischen Passes Indiens – geplant für das vierte Quartal 2026 – die Botschaftsbesuche reduzieren, allerdings müssen Unternehmen möglicherweise in neue Lesegeräte investieren, um die eingebetteten Chips bei der Einstellung neuer Mitarbeiter auszulesen.
Quelle: The Economic Times (via Inkl)