
Mitten in der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zeigen neue Zahlen von AS USA, dass Kanada zwischen dem 14. November 2025 und dem 31. März 2026 nur knapp vier von zehn Besucher-Visumanträgen oder eTA-Anträgen, die im Zusammenhang mit der WM standen, genehmigt hat. Von rund 17.000 bearbeiteten Fällen erhielten lediglich 41 % eine Zustimmung, was deutliche Unterschiede zwischen den Herkunftsländern offenbart. Die größten Hürden hatten Fans aus Ghana: Nur 11 % der 1.725 ghanaischen Antragsteller wurden akzeptiert, während Länder mit eTA-Berechtigung wie Australien und Deutschland Annahmeraten von über 95 % verzeichneten. Lateinamerikanische Fans schnitten besser ab – Kolumbien erreichte eine Genehmigungsrate von 69 %, Panama sogar über 80 % – was sowohl auf bilaterale visafreie Abkommen als auch auf frühere konsularische Informationskampagnen von IRCC und FIFA zurückzuführen ist. Vertreter von IRCC verteidigten die Zahlen und betonten, dass die Sicherheits- und Integritätsprüfungen für die Einwanderung „für das Turnier unverändert“ geblieben seien. Anträge, die im Reisezweck-Feld „FIFA World Cup 26“ angeben, werden an spezialisierte Teams zur beschleunigten Bearbeitung weitergeleitet, doch gelten die üblichen Zulassungsregeln. Einwanderungsanwälte erklären die niedrige Gesamtgenehmigungsrate teilweise mit einem Anstieg von Erstreisenden aus Ländern mit traditionell hohen Ablehnungsquoten, von denen viele unvollständige finanzielle Nachweise eingereicht haben. Aus Sicht der Geschäftsmobilität sind diese Daten relevant, da Unternehmenssponsoringprogramme auf kurzfristige Mitarbeitertransfers, Markenbotschafter und VIP-Kunden angewiesen sind. Eventagenturen raten Unternehmen, verbleibende Visaanträge sofort einzureichen und Mitarbeiter zu identifizieren, die als Notfalllösung visafrei über die US-Landgrenze nach Kanada einreisen können. Fluggesellschaften, die Toronto und Vancouver anfliegen, haben stillschweigend ihr Kundenservice-Personal aufgestockt, um kurzfristige Ablehnungen beim Check-in zu bewältigen. FIFA, die mit US- und mexikanischen Behörden ein spezielles Akkreditierungssystem ausgehandelt hat, verzichtete darauf, Kanada um ein „Spezial-Event-Visum“ zu bitten, wie es bei früheren Weltmeisterschaften in Brasilien und Russland genutzt wurde. Beteiligte berichten, dass das Fehlen einer vereinfachten Genehmigung einige internationale Zuschauer abgeschreckt haben könnte, doch berichten Hoteliers in den Gastgeberstädten von nahezu voller Auslastung, angetrieben durch inländische Reisende und US-Besucher, die kein kanadisches Visum benötigen.
Quelle: AS USA