
Reisende, die am 25. Juni von kanadischen Flughäfen aufbrachen, erlebten eine unangenehme Überraschung: Bis zum Nachmittag waren 343 Abflüge verspätet und weitere 35 gestrichen an den sieben größten Flughäfen des Landes. Daten des Flugverfolgungsdienstes FlightAware, erstmals berichtet vom Branchenportal Travel & Tour World, zeigen, dass Toronto-Pearson am stärksten betroffen war, mit 152 verspäteten Abflügen und 11 Streichungen. Montréal-Trudeau (79 Verspätungen/11 Streichungen) und Vancouver International (61 Verspätungen/5 Streichungen) komplettierten die Top drei der Problemflughäfen. Zwar wurde keine einzelne Ursache identifiziert, doch Brancheninsider führen die Probleme auf eine Kombination aus Gewittern an der Westküste, Personalmangel im Bodenservice in Toronto und anhaltenden Engpässen bei der Flugsicherung zurück, die das Netzwerk seit der Pandemie belasten. Air Canada und ihr Regionalpartner Jazz waren am stärksten von den Störungen betroffen, während auch Porter, Air Transat, Flair und mehrere US-Codeshare-Partner zweistellige Verspätungen verzeichneten. Für Geschäftsreisende haben die Folgen sofortige Auswirkungen. Verpasste Anschlussflüge auf grenzüberschreitenden Strecken lösen Fürsorgepflichten, Umbuchungskosten und in manchen Fällen Projektverzögerungen aus. Multinationale Unternehmen mit zeitkritischer Fracht im Frachtraum berichteten, dass sie zwischen Toronto, Montréal und US-Drehkreuzen eilig nach Lkw-Alternativen suchten. Nach den kanadischen Air Passenger Protection Regulations (APPR) wird Geschäftsreisenden empfohlen, dass bei kurzfristigen Stornierungen oder langen Verspätungen, die in der Verantwortung der Fluggesellschaft liegen, eine Entschädigung von bis zu 1.000 CAD möglich ist. Wetterbedingte Störungen und Einschränkungen im Flugverkehr fallen jedoch nicht darunter, was die Bedeutung einer umfassenden Reiseversicherung und proaktiven Umbuchungsstrategien unterstreicht. Die Fluggesellschaften rieten den Passagieren, die mobilen Apps im Auge zu behalten und bei Abendflügen früher als üblich am Flughafen zu sein, da mit anhaltender Unruhe bis ins Wochenende gerechnet wird. Die Flughafenbehörde von Pearson erklärte, sie habe ihren Plan für unregelmäßige Betriebsabläufe aktiviert, zusätzliche Kundenservice-Freiwillige eingesetzt und arbeitet direkt mit den Bodenabfertigern zusammen, um die Standzeiten auf dem Rollfeld zu verkürzen.
Quelle: Travel & Tour World