
Das Innenministerium hat eine administrative Untersuchung gegen die NGO France Terre d’Asile eingeleitet, nachdem Sicherheitsdienste behaupteten, dass deren Mitarbeiter im Abschiebegefängnis Mesnil-Amelot nordöstlich von Paris islamische Gebetsteppiche und religiöse Literatur verteilt hätten. Le Parisien berichtete am späten 4. Juli über den Vorfall. Ein vertrauliches Schreiben der Direction nationale du renseignement territorial (DNRT) besagt, dass am 2. Juni ein Pausenraum für Mitarbeiter in einen provisorischen Gebetsraum umfunktioniert wurde, ausgestattet mit einem Dutzend Teppichen und Exemplaren des Korans. Plakate, die zu Freitagsgebeten einluden, sollen mit Büroausstattung der Organisation gedruckt worden sein. Mesnil-Amelot ist das größte Verwaltungsabschiebegefängnis (CRA) Frankreichs und fasst bis zu 240 ausländische Staatsangehörige, die auf ihre Abschiebung warten. NGOs dürfen rechtliche und soziale Unterstützung leisten, religiöse Aktivitäten sind ihnen jedoch untersagt. France Terre d’Asile bestreitet jegliche organisierte Missionierung und erklärt, die Materialien seien persönliche Gegenstände der Inhaftierten gewesen. Obwohl der Fall kaum direkte Auswirkungen auf die Einwanderung von Fachkräften haben wird, verdeutlicht er die härtere Haltung der Regierung bei der Verwaltung von Abschiebeeinrichtungen nach der Reform des Einwanderungsgesetzes im Dezember. Unternehmen, die ausländische Talente sponsern, müssen mit einer strengeren Kontrolle von Abschiebebescheiden und der Partner vor Ort in den CRAs rechnen.
Quelle: Le Parisien
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