
Rucksackreisende, die ein Abenteuer in Australien planen, erlebten am 1. Juli eine unangenehme Überraschung: Die jährliche Anpassung der Visagebühren durch die Regierung ging beim Working Holiday Maker (WHM)-Programm weit über die übliche Inflation hinaus. Während die meisten Visa-Gebühren um etwa 25 Prozent stiegen, kletterte die Gebühr für ein zweites oder drittes Working Holiday-Visum (Subclass 417) von 670 AUD auf 1.000 AUD – ein Anstieg um 49 Prozent, der erstmals die Verlängerung teurer macht als das ursprüngliche Visum, das nun bei 840 AUD liegt. Politische Analysten werten diesen überproportionalen Anstieg als gezieltes Mittel, um die Zahl der wiederkehrenden Rucksackreisenden zu drosseln, während gleichzeitig neue Ankünfte willkommen geheißen werden, die dringend benötigte Arbeitskräfte in Tourismus, Landwirtschaft und Gastgewerbe bereitstellen. Die Botschaft ist klar: Australien heißt junge Reisende weiterhin willkommen, doch längere Aufenthalte sollen stärker zur Haushaltskonsolidierung und zur Überwachung der Einhaltung regionaler Arbeitsvorschriften beitragen. Ein kompletter dreijähriger WHM-Zyklus kostet nun allein an Regierungsgebühren 2.840 AUD, nach 2.010 AUD im Vorjahr. Für Arbeitgeber in regionalen Gebieten Australiens könnten die höheren Kosten für Folgejahre den Pool erfahrener Saisonarbeiter, die bereits mit lokalen Vorschriften vertraut sind, verringern. Lobbygruppen aus dem Agrarsektor warnen vor Lohnsteigerungen und einer höheren Fluktuation bei der Rekrutierung und fordern Canberra auf, einen Teil der zusätzlichen Einnahmen in Kontrollmaßnahmen zu investieren, die Ausbeutung verhindern und die Unterkunftsstandards verbessern – entscheidende Faktoren, um trotz der Preissteigerung Rucksackreisende anzuziehen. Potenzielle WHM-Antragsteller müssen neben den Kosten auch weitere Anforderungen berücksichtigen. Für ein zweites Jahr ist weiterhin die Absolvierung von 88 Tagen bestimmter regionaler Arbeit erforderlich, für ein drittes Jahr sogar sechs Monate. Migrationsberater empfehlen, sich frühzeitig im ersten Jahr geeignete Jobs zu sichern, um eine hektische Last-Minute-Suche zu vermeiden, die die nun teure Verlängerungsmöglichkeit gefährden könnte. Viele Rucksackreisende wechseln zudem nach der Niederlassung zu arbeitgebergesponserten oder qualifizierten Visa; ein frühzeitiges Verständnis dieser Wege kann Tausende an Kosten für wiederholte WHM-Verlängerungen sparen. Die Gebührenerhöhung ist Teil einer umfassenderen Einnahmestrategie für 2026-27, die die meisten Visagebühren – für Studenten, Besucher, Partner und Fachkräfte – um rund ein Viertel anhob. Doch die WHM-Differenzierung sticht als politisches Signal hervor: Längere Aufenthalte sind nun ein Privileg, kein Recht mehr. Die Regierung hält sich weitere Anpassungen zur „Nachfrage-Steuerung“ offen, falls die Zahl der Rucksackreisenden schneller als erwartet wieder ansteigt. Dies ist ein Bereich, den Mobilitätsmanager im kommenden Jahr genau beobachten sollten.
Quelle: First Migration Service Centre
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