
Die Financial Times und Travel Weekly berichten, dass die EU-Innenminister voraussichtlich den Start des European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) auf mindestens Ende 2027 verschieben werden. Grund dafür sind die operativen Probleme beim Rollout des verknüpften Entry/Exit Systems (EES) im vergangenen Monat. Ein EU-Beamter erklärte der FT am 7. Juli, dass die Mitgliedstaaten „keinen realistischen Weg“ sehen, ETIAS in diesem Jahr zu starten, solange die Flughäfen weiterhin mit langen Fingerabdruck-Warteschlangen und Datenausfällen beim EES kämpfen. Für britische Staatsbürger – die nach dem Brexit als Drittstaatsangehörige gelten – sollte ETIAS ab dem vierten Quartal 2026 verpflichtend werden. Dies hätte eine Gebühr von 20 Euro sowie eine vorherige Online-Prüfung für Kurzreisen in den Schengen-Raum bedeutet. Reiseversicherer, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter hatten gewarnt, dass die Einführung von ETIAS nur wenige Monate nach dem britischen ETA-System Passagiere verwirren und zu massenhaften Boarding-Verweigerungen führen könnte. Die Branche reagierte positiv auf die gemeldete Verzögerung. Simon McCulloch, Chief Growth Officer von Staysure, bezeichnete sie als „willkommene Klarheit im Hinblick auf die Hauptreisezeit 2027“. Airlines UK erklärte, die Fluggesellschaften hätten nun Luft, um API-Updates abzuschließen und das Personal für die doppelte UK ETA / EU ETIAS Umgebung zu schulen. Dennoch sollten Mobilitätsmanager nicht nachlässig werden. Brüssel hat noch keine neuen Termine offiziell bekanntgegeben, und EU-Beamte betonen, dass die Arbeit an ETIAS weiterläuft. Unternehmen sollten daher weiterhin die Gebühr einplanen, FAQs für Reisende vorbereiten und die geplante Kommunikationsregel der Europäischen Kommission „sechs Monate vor dem Start“ im Blick behalten. Die Verzögerung verschafft zudem Zeit für Verhandlungen über gegenseitige Anerkennung. Die britische Regierung hat einen Datenaustausch vorgeschlagen, der vertrauenswürdigen Vielreisenden – etwa Geschäftsreisenden – Ausnahmen ermöglichen könnte. Diese Idee dürfte in der nun verfügbaren längeren Vorlaufzeit wieder aufkommen.
Quelle: Travel Weekly