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Parlamentarische Kommission legt vernichtenden Bericht zum Visumsskandal vor und erstattet 11 Strafanzeigen

Juli 8, 2026
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Parlamentarische Kommission legt vernichtenden Bericht zum Visumsskandal vor und erstattet 11 Strafanzeigen
Nach achtzehn Monaten Anhörungen hat Polens parlamentarische Untersuchungskommission zum sogenannten „Visa-Skandal“ am 7. Juli ihren Abschlussbericht vorgelegt. Das 300-seitige Dokument wirft den ehemaligen Ministern Zbigniew Rau (Außenministerium), Mateusz Morawiecki (Ministerpräsident) und Mariusz Kamiński (Innenministerium) Machtmissbrauch vor. Sie sollen ohne rechtliche Grundlage beschleunigte Visa-Verfahren für Antragsteller aus 21 Drittstaaten eingerichtet haben. Ermittler berichten, dass zwischen November 2019 und November 2023 polnische Konsulate über 3,6 Millionen Visa ausgestellt haben – fast 48 % aller nationalen Arbeitsvisa in der EU – und Polen so zum Zentrum für „Visa-Shopping“ wurde. Der Bericht legt nahe, dass kommerzielle Vermittler Massentermine buchen durften und Konsuln unter Druck gesetzt wurden, Akten ohne gründliche Sicherheitsprüfungen abzusegnen. Elf Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft wurden genehmigt, die sich gegen die drei Spitzenpolitiker sowie acht Beamte im Zusammenhang mit dem Programm Poland.Business Harbour richten – einem IT-Talent-Programm, das laut Kommission nie ordnungsgemäß reguliert wurde. Sollten die Staatsanwälte Anklage erheben, drohen Verfahren nach den Artikeln 231 und 296 des Strafgesetzbuchs (Pflichtverletzung und Verursachung finanziellen Schadens). Der Skandal hat bereits konkrete Folgen für Arbeitgeber: Seit Januar ist die Auslagerung von Visa-Terminen an private Agenturen ausgesetzt, und die Konsulate haben die Dokumentenprüfung verschärft. Unternehmen, die auf groß angelegte Rekrutierung von Nicht-EU-Arbeitnehmern angewiesen sind, berichten von Wartezeiten von bis zu acht Wochen für Termine in wichtigen Herkunftsländern wie Indien und den Philippinen. Politisch könnten die Ergebnisse Polens Forderungen in Brüssel nach weiteren Visa-Erleichterungen – etwa für belarussische IT-Spezialisten – erschweren und Warschau bei bestätigten systematischen Verstößen gegen den Schengen-Visakodex EU-Rechtsverletzungsverfahren drohen.
Quelle: Rzeczpospolita

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