
Fluggesellschaften und Grenzbehörden in ganz Europa bereiten sich auf eine weitere Terminänderung vor, nachdem die Financial Times berichtet hat, dass die Europäische Kommission erwägt, den Start des European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) bis 2027 zu verschieben. Euronews bestätigte den Bericht am 8. Juli unter Berufung auf EU-LISA-Beamte, die zunächst die Fehler im kürzlich eingeführten Entry/Exit-System (EES) beheben wollen, bevor eine zweite biometrische Kontrollstufe hinzugefügt wird. ETIAS – oft als „EU-ESTA“ bezeichnet – sollte ursprünglich im vierten Quartal 2026 starten und würde visumfreie Reisende aus über 60 Ländern, darunter Großbritannien, die USA und Kanada, verpflichten, vor der Einreise nach Spanien oder in andere Schengen-Staaten eine elektronische Genehmigung für 20 Euro zu beantragen. Der spanische Tourismussektor hatte bereits Werbekampagnen gestartet, um britische Urlauber mit der neuen Formalität vertraut zu machen; eine Verschiebung um 12 Monate würde Reiseveranstalter zwingen, Broschüren und digitale Buchungsprozesse erneut anzupassen. Für Geschäftsreisemanager fällt die Bilanz gemischt aus: Eine Verschiebung verschafft Zeit, ETIAS-APIs in HR- und Reisemanagement-Software zu integrieren und Vielflieger über Datenschutzpflichten aufzuklären. Andererseits verursachen die technischen Probleme mit den EES-Kiosken weiterhin stundenlange Warteschlangen an den Flughäfen Madrid-Barajas und Barcelona El Prat, was Unternehmen Produktivität kostet und einige dazu veranlasst, Umwege über Lissabon oder Genf zu nehmen. Die spanische Grenzpolizei hat seit dem Start des EES im April durchschnittlich 105.000 Drittstaatsangehörige pro Tag abgefertigt – weit mehr als ursprünglich angenommen. Branchenverbände wie ACI Europe und IATA warnen, dass bei einer Überlappung beider Systeme im Spitzenjahr 2027 bis zu 30 % mehr e-Gates und mehr Platz am Boden benötigt werden. Das Innenministerium hat bereits 240 zusätzliche biometrische Kontrollstellen bestellt, benötigt aber Klarheit aus Brüssel, um die Ausschreibung abzuschließen. Bis zur offiziellen Bestätigung – erwartet nach dem Rat für Justiz und Inneres am 18. Juli – sollten Mobilitätsteams die Pressemitteilungen von EU-LISA genau verfolgen und zwei Notfallpläne bereithalten: einen für einen Start Ende 2026 mit einer sechsmonatigen Übergangsfrist und einen für eine vollständige Verschiebung um ein Jahr. Beide Szenarien unterstreichen die wachsende Bedeutung der Einhaltung von Reisedatenvorgaben bei Spanien-bezogenen Einsätzen.
Quelle: Euronews
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