
Italiens geschäftige Sommersaison geriet am 11. Juli ins Chaos, als Bodenpersonal, Check-in-Mitarbeiter und einige Flugbesatzungsgewerkschaften zu einem achtstündigen landesweiten Streik von 10:00 bis 18:00 Uhr aufriefen. Die Protestaktion, die die Erneuerung eines seit sechs Jahren eingefrorenen Branchentarifvertrags forderte, traf alle großen Flughäfen und zwang die Fluggesellschaften zu drastischen Kürzungen im Flugplan. ITA Airways strich 133 Flüge, und Billigflieger wie Vueling und Malta Air (Ryanair) beteiligten sich mit vierstündigen Ausständen in der Mittagszeit. Am Flughafen Palermo Falcone-Borsellino wurden allein 34 Abflüge und Ankünfte gestrichen, während Neapel, Sardinien, Turin und weitere regionale Flughäfen Dutzende weitere Ausfälle meldeten. Das Verkehrsministerium erließ Notfallregelungen, die die Airlines verpflichteten, Listen mit „voli garantiti“ (garantierten Flügen) zu veröffentlichen, und die Luftfahrtbehörde ENAC riet den Passagieren, vor der Anreise den Status ihrer Flüge zu prüfen. Dennoch bildeten sich Warteschlangen in Mailand, Rom und Bologna, da die Umbuchungsschalter mit schätzungsweise 250.000 betroffenen Reisenden überfordert waren. Geschäftsreisebüros warnten, dass Firmenreisen sich über Tage verzögern könnten, da viele Juli-Flüge bereits nahezu ausgebucht sind. Der Konflikt folgt nur wenige Tage nach einem Bahnstreik und geht einem geplanten Fähr- und Autobahnprotest später im Monat voraus, was Befürchtungen vor einem „heißen Juli“ mit Transportunruhen schürt. Die Regierungsversuche, die Streikdauer zu begrenzen, wurden von den Gewerkschaften als Angriff auf das Streikrecht kritisiert, fanden jedoch Unterstützung bei Verbraucherverbänden, die Italiens Tourismusimage fürchten. Hoteliers in den wichtigsten Tagungs- und Veranstaltungsorten berichteten bereits von 15 % Last-Minute-Stornierungen. Für Mobilitätsmanager unterstreicht der Vorfall die Bedeutung von Echtzeit-Benachrichtigungen zur Fürsorgepflicht und flexiblen Ticketregelungen, wenn Mitarbeiter in der Hochsaison nach Italien geschickt werden. Experten empfehlen längere Umsteigezeiten, buchbare erstattungsfähige Tarife und den Abschluss von Reiseversicherungen, die auch arbeitsbedingte Störungen abdecken – was viele Standardpolicen nicht tun.
Quelle: La Sicilia