
Australiens Status als Magnet für globale Talente und internationale Studierende gerät unter Druck, nachdem zum 1. Juli erhebliche Erhöhungen der Visumantragsgebühren (VAC) in Kraft getreten sind, die am 12. und 13. Juli von The Guardian ausführlich analysiert wurden. Die Zeitung errechnet, dass die Gebühren für Temporary Graduate-Visa (Subclass 485) innerhalb von sechs Monaten auf 5.750 AUD gestiegen sind – mehr als das Dreifache der vergleichbaren Gebühren in Großbritannien, den USA, Kanada oder Neuseeland – während die Gebühren für Resident Return-Visa sich verdreifacht haben. Auch die Gebühren für Skilled-Independent-, Partner- und Standard-Studentenvisa (Subclass 500) sind um etwa 25 Prozent gestiegen. Spitzenverbände aus Hochschul- und Wirtschaftsbereich warnen, dass dieser stille Anstieg zusammen mit höheren Ablehnungsquoten und strengeren Obergrenzen dazu führen könnte, dass hochqualifizierte Studierende und Arbeitskräfte zu Konkurrenzmärkten abwandern. Der International Students Representative Council (ISRC) bezeichnete die Änderungen als „massiven Vertrauensbruch“ und rät potenziellen Studierenden, ihre Studienpläne zu überdenken. Die Australian Chamber of Commerce and Industry teilt die Sorge, dass die steigenden Kosten „ein schlechtes Signal an globale Talente senden“, gerade in Zeiten von Fachkräftemangel. Die Regierung argumentiert, dass die Gebühren nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtkosten für Studium oder Migration ausmachen und Teil der Bemühungen sind, das unkontrollierte Wachstum der Nettozuwanderung zu begrenzen. Innenminister Tony Burke betont, dass die Visa im Vergleich zu den Vorteilen des Lebens und Arbeitens in Australien „immer noch zu günstig sind“. Dennoch berichten Migrationsagenturen von einem Anstieg der Anfragen zu alternativen Zielen seit Bekanntgabe der Erhöhungen. Unternehmen mit Mobility-Teams sollten die höheren Gebühren in ihre Umzugskosten einplanen und ihre Kostenbeteiligungsmodelle mit Entsandten überdenken. Arbeitgeber, die Absolventen über den Subclass-485-Weg sponsern, müssen möglicherweise Gehälter oder Zulagen anheben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bildungseinrichtungen werden aufgefordert, ihre Marketingmaterialien schnell zu aktualisieren, um Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften zu vermeiden, während Personalabteilungen Bewerber über längere Bearbeitungszeiten aufgrund komplexerer Risikobewertungen informieren sollten. Langfristig wird erwartet, dass die bevorstehenden Migrationsänderungsgesetze des Parlaments Indexierungsmechanismen einführen, sodass jährliche VAC-Erhöhungen zur Norm werden könnten. Ein kontinuierliches Monitoring der Kosten vergleichbarer Zielländer und proaktive Unterstützung der Antragsteller werden daher für Organisationen, die auf einen stetigen Zustrom ausländischer Talente angewiesen sind, entscheidend sein.
Quelle: The Guardian