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Streit um eVisa-Datenschutz eskaliert: Aktivisten fordern parlamentarische Untersuchung der ICO-Aufsicht

Juli 14, 2026
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Streit um eVisa-Datenschutz eskaliert: Aktivisten fordern parlamentarische Untersuchung der ICO-Aufsicht
Zwanzig Organisationen aus den Bereichen Migration, Technologie und Menschenrechte haben sich mit einem Schreiben an den Ausschuss für Wissenschaft, Innovation und Technologie des Unterhauses gewandt und eine Untersuchung der Informationskommissarin (ICO) wegen ihres Umgangs mit Beschwerden über das neue eVisa-System des Innenministeriums gefordert. Das Schreiben, das dem UK Human Rights Blog vorliegt und am Montagmorgen verschickt wurde, wirft „systematische Datenschutz- und Zugänglichkeitsmängel“ seit der Einführung des eVisa am 1. Januar vor. Im Gegensatz zur alten biometrischen Aufenthaltserlaubnis (BRP) existiert das eVisa nur als digitaler Datensatz, der mit dem Reisepass verknüpft ist, wodurch Migranten auf ein Online-Konto angewiesen sind, um ihren Status nachzuweisen. Aktivisten berichten, dass Ausfälle Nutzer immer wieder aussperren, während Flugpersonal Schwierigkeiten hat, Visa beim Check-in zu überprüfen. Sie bemängeln, dass Fehlerkorrekturanfragen über das UKVI-Webformular regelmäßig die Fristen der DSGVO überschreiten und sehbehinderte Nutzer wichtige Bildschirme nicht zugänglich sind. Die ICO hat bisher Forderungen nach Durchsetzungsmaßnahmen abgelehnt und argumentiert, dass es sich bei den meisten Problemen um „Service-Störungen und nicht um Datenschutzverletzungen“ handele. Die Petenten entgegnen, dass die Aufsichtsbehörde ihre Prüfungsbefugnisse nicht genutzt habe, und verweisen darauf, dass vergleichbare digitale Identitätssysteme in Australien und Kanada Offline-Alternativen bieten. Für Arbeitgeber ist die Kontroverse mehr als theoretisch: Ab Januar 2027 müssen alle Beschäftigungsnachweise für Migranten über die eVisa-Plattform erfolgen, und Sponsoren drohen Bußgelder von bis zu 60.000 Pfund bei unbeabsichtigter illegaler Beschäftigung. Sollten die Zuverlässigkeitsprobleme anhalten, müssten Unternehmen möglicherweise kommerzielle IDVT-Dienste (Identity Document Validation Technology) als Absicherung einplanen. Der Ausschuss wird voraussichtlich nach der Sommerpause entscheiden, ob eine formelle Untersuchung eingeleitet wird – ein Schritt, der sowohl das Innenministerium als auch die ICO zur Offenlegung interner Risikoanalysen und Vorfallprotokolle zwingen könnte. Bis dahin sollten Mobilitätsteams eVisa-Inhaber daran erinnern, ihre Passdaten im UKVI-Konto aktuell zu halten und vor Reisen Backup-Share-Codes herunterzuladen.
Quelle: UK Human Rights Blog

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