
Die Abgeordneten begannen am Montagnachmittag mit der zweiten Lesung des seit langem erwarteten Einwanderungs- und Asylgesetzes der Regierung, das die umfassendste Neuregelung der britischen Migrationsbestimmungen seit Einführung des Post-Brexit-Systems im Jahr 2021 darstellt. Das 287 Seiten starke Gesetzespaket, das am 30. Juni eingebracht wurde, vereint Maßnahmen zur Asylbearbeitung, punktebasierten Arbeitswegen, biometrischem Grenzmanagement und Durchsetzungsbefugnissen. Zu den zentralen Vorschlägen gehören die Abschaffung des automatischen Familiennachzugs zugunsten eines leistungsbasierten Tests, die Verlängerung der Mindestaufenthaltsdauer für die Niederlassungserlaubnis von fünf auf zehn Jahre sowie die Einführung einer „Visabremse“, mit der Minister die Einreise aus Ländern aussetzen können, die Abschiebungen verweigern. Zudem soll das vollständig digitale eVisa-System des Vereinigten Königreichs gesetzlich verankert werden, bevor im nächsten Jahr die physischen BRP-Karten abgeschafft werden. Während der Eröffnungsdebatte betonte Innenministerin Shabana Mahmood, das Paket schaffe „ein faires, aber konsequentes System, das Leistung belohnt und Missbrauch verhindert“, während Oppositionsabgeordnete vor negativen Folgen für den Arbeitsmarkt und das Familienleben warnten. Wirtschaftsverbände fordern klarere Ausnahmen für innerbetriebliche Versetzungen und kurzfristige Projektmitarbeiter, da sie befürchten, dass strengere Gehalts- und Englischkenntnisanforderungen die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Das Gesetz geht nun in die detaillierte Ausschussprüfung, bei der Hunderte von Änderungsanträgen erwartet werden, insbesondere zu Arbeitgeberpflichten bei der Sponsorenvergabe, der Obergrenze für Saisonarbeiter 2027 und Schutzmaßnahmen für den digitalen Einwanderungsstatus. Arbeitgeber sollten den Prozess genau verfolgen; Erfahrungen zeigen, dass im Ausschuss vereinbarte Änderungen innerhalb weniger Wochen Gesetz werden können, was wenig Zeit für die Anpassung der Personalplanung lässt. Wird das Gesetz weitgehend unverändert verabschiedet, stehen Personal- und Mobilitätsteams ein arbeitsreiches Jahr bevor: Neue Gehaltstabellen und Berufscodes könnten bereits im Oktober in Kraft treten, während für Januar 2027 ein Pilotprojekt für Fernkontrollen von Bußgeldern geplant ist. Unternehmen wird empfohlen, ihre Sponsor-Lizenzprozesse jetzt zu überprüfen und zusätzliche Rechtsberatung einzuplanen, sobald der endgültige Gesetzestext vorliegt.
Quelle: UK Parliament – What's On
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