
Genau zwei Jahre vor dem ersten WM-Spiel auf US-amerikanischem Boden hat Amnesty International USA am 13. Juli eine deutliche Warnung herausgegeben: Fans, Spieler, Journalisten und Offizielle könnten bei der Einreise oder während ihres Aufenthalts in den USA mit Visaverweigerungen, rassistischer Profilierung, Festnahmen oder Abschiebungen konfrontiert werden. Die Menschenrechtsorganisation verweist auf mehrere Vorfälle seit Ende Juni, bei denen Schiedsrichter, Athleten und Medienvertreter aus Somalia, Irak und anderen Ländern trotz gültiger Visa die Einreise verweigert oder eine langwierige sekundäre Kontrolle durchlaufen mussten. So wurde der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan am Flughafen Miami die Einreise verweigert, während der irakische Stürmer Aymen Hussein stundenlang am Flughafen Chicago O’Hare festgehalten wurde. Auch mehrere Fans aus Marokko, Haiti, Senegal und Iran berichteten von widerrufenen Reisegenehmigungen. Amnesty sieht in diesen Fällen systemische Probleme – verstärkte algorithmische Kontrollen, weitreichende Ermessensspielräume der Grenzschutzbehörde CBP und einen von Rückständen belasteten Visaprozess –, die die Inklusivität des Turniers gefährden könnten. Für die US-Gaststädte und ihre Sponsoren droht ein erheblicher Reputationsschaden. Internationale Rundfunkanstalten planen bereits Ausweichszenarien in Kanada und Mexiko, und FIFA-Funktionäre äußerten privat Bedenken, dass inkonsistente Einreisepraxis in den USA zu kurzfristigen Änderungen bei Spielorten oder Personal führen könnte. Unternehmen aus den Bereichen Gastgewerbe, Transport und Medienproduktion sollten die Visavergabe genau beobachten und sich auf kurzfristige Personalwechsel einstellen. Amnesty empfiehlt Reisenden, umfangreiche Dokumente mitzuführen, mehr Zeit für Kontrollen einzuplanen und wenn möglich über kanadische oder mexikanische Grenzübergänge einzureisen. Arbeitgeber, die Mitarbeiter zu turnierbezogenen Veranstaltungen entsenden, sollten Schulungen zu „Rechte kennen“ verstärken und erwägen, einen auf Abruf verfügbaren Einwanderungsanwalt zu engagieren. Das US-Außenministerium äußerte sich nicht, die CBP erklärte jedoch, alle Einreisenden würden einer Sicherheitsüberprüfung „im Einklang mit US-Gesetzen“ unterzogen. Angesichts der weltweiten Aufmerksamkeit für 2026 wächst der Druck, den Visaprozess zu beschleunigen oder spezielle Akkreditierungssysteme einzuführen – ähnlich wie bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City – um internationale Mobilitätsengpässe zu vermeiden.
Quelle: US Resist News
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