
Genau zwei Jahre vor dem Anpfiff schwinden die Hoffnungen, dass die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA ein gastfreundliches Bild abgeben wird. Am 13. Juli veröffentlichten Amnesty International USA und der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte gemeinsam mit weiteren Interessenvertretungen eine „Reisewarnung zur Weltmeisterschaft“. Grund dafür sind zahlreiche Visa-Verweigerungen, Festnahmen an Flughäfen und Einreiseverweigerungen, die Spieler, Schiedsrichter und Fans aus afrikanischen und nahöstlichen Ländern betreffen. Zu den prominenten Fällen zählen der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan, der trotz gültigem Visum am Miami International Airport abgewiesen wurde; der irakische Stürmer Aymen Hussein, der am Chicago O’Hare Airport stundenlang einer sekundären Kontrolle unterzogen wurde; sowie ein irakischer Mannschaftsfotograf, dessen Visum kurzerhand annulliert wurde. Anhänger aus Marokko, Iran, Haiti und Senegal berichten von monatelangen Wartezeiten auf B-1/B-2-Interviewtermine oder von direkten Ablehnungen gemäß INA §214(b). Die Warnung weist Reisende auf ein „erhöhtes Risiko von Festnahmen, Racial Profiling und sofortiger Abschiebung“ hin und empfiehlt, Nachweise über Spieltickets und Unterkünfte mitzuführen sowie Zwischenstopps zu vermeiden, bei denen das Gepäck neu eingecheckt werden muss. Zudem fordert sie die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) auf, transparente Einreisebestimmungen für akkreditiertes FIFA-Personal zu veröffentlichen, und das Außenministerium, Visa-Termine in den Konsulaten der Gastgeberstädte zu priorisieren. Die Organisationskomitees der Gastgeberstädte – von Kansas City bis New York – sorgen sich um Imageschäden und entgangene Tourismuseinnahmen. Eine Studie der New York University im Bereich Sportmanagement schätzt, dass ein Rückgang internationaler Ticketkäufer um 4 Prozent den US-Veranstaltungsorten direkte Einnahmeverluste von bis zu 140 Millionen US-Dollar bescheren könnte. Unternehmen, die Incentive-Reisen oder Kundenveranstaltungen rund um die WM planen, sollten die Visa-Wartezeiten genau beobachten und in Erwägung ziehen, ihre Reiserouten über Mexiko oder Kanada zu führen, die ebenfalls Gastgeber sind und derzeit kürzere Bearbeitungszeiten aufweisen.
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