
Geschäftsreisende müssen diesen Sommer mit höheren Budgets rechnen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete am 13. Juli, dass Economy-Tickets von deutschen Flughäfen zu Auslandszielen im Zeitraum Januar bis Juni 2026 im Durchschnitt um 8,5 % teurer waren als im gleichen Zeitraum 2025. Innerhalb Europas fiel der Anstieg mit 11,5 % sogar noch deutlicher aus, was vor allem auf Kapazitätsengpässe auf beliebten Mittelmeer-Freizeitrouten zurückzuführen ist, die in der Hochsaison auch von Geschäftsreisenden stark nachgefragt werden. Die Märkte für Mittel- und Langstrecken zeigen ein gemischtes Bild: Die Preise nach Mittelamerika stiegen um 12,5 %, im Asien-Pazifik-Raum um 4,9 %, während die Flüge nach Nordamerika mit einem moderaten Plus von 3,7 % auskamen. Flüge nach Afrika gingen mit einem Rückgang von 12 % entgegen dem Trend, da Golf-Airlines ihr Angebot über europäische Fünftfreedom-Verbindungen ausweiteten. Inlandsflüge in Deutschland, die zunehmend im Fokus von Klimaschützern stehen, verteuerten sich ebenfalls um 9,5 %, was auf den schrittweisen Wegfall der Steuerermäßigung für kombinierte Flug- und Bahnreisen zurückzuführen ist. Destatis verwendet den Warenkorb des Verbraucherpreisindex, sodass die Zahlen die tatsächlich gezahlten Endpreise inklusive Zusatzleistungen und Treibstoffzuschlägen widerspiegeln. Analysten führen die Kostensteigerungen auf höhere Löhne durch neue Tarifverträge bei Lufthansa und Eurowings, weiterhin hohe Kerosinpreise sowie Personalengpässe in der Flugsicherung zurück. Geschäftsreisemanager sollten die Reisekostenobergrenzen für 2026 überprüfen, da viele deutsche Unternehmen diese nur einmal jährlich festlegen. Verhandelte Rabatte können die zweistelligen Preissprünge bei sekundären europäischen Strecken oft nicht vollständig ausgleichen. Experten empfehlen, das Volumen auf Joint Ventures wie Lufthansa–United–Air Canada auf transatlantischen Routen zu verlagern, wo der Wettbewerb die Preise vergleichsweise stabil hält, und nicht zwingende innergemeinschaftliche EU-Reisen auf die Schiene zu verlegen, um von der staatlichen 50 %-Steuerermäßigung für Bahnreisen zu profitieren. Höhere Flugpreise wirken sich zudem auf den Expat-Kostenindex aus, der zur Berechnung von Auslandseinsatzzulagen herangezogen wird. Die Personalabteilungen sollten sicherstellen, dass Mobilitätspakete den neuen Maßstab widerspiegeln, insbesondere für Familien, die mehrere Heimflüge benötigen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
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