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Österreich und Deutschland einigen sich nach Ministergesprächen in Berlin auf Fahrplan für Offshore-Rückkehrzentren

Juli 17, 2026
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Österreich und Deutschland einigen sich nach Ministergesprächen in Berlin auf Fahrplan für Offshore-Rückkehrzentren
Österreichs Innenminister Gerhard Karner verbrachte den 15. und 16. Juli 2026 zu einem intensiven Arbeitsbesuch in Berlin bei seinem neuen deutschen Amtskollegen Alexander Dobrindt. Die beiden konservativen Minister sind politisch auf einer Linie, wenn es um die Verschärfung des europäischen Umgangs mit irregulärer Migration geht, und nutzten ihr erstes bilaterales Treffen, um die im Frühjahr vorgestellten EU-Pakt-Ziele zu Migration und Asyl in ein konkretes gemeinsames Projekt umzusetzen: die Einrichtung von „Rückkehrzentren“ in sicheren Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union.

Laut einer Mitteilung des österreichischen Innenministeriums vom 16. Juli wollen beide Regierungen die Verhandlungen mit potenziellen Gastgeberländern bis Jahresende abschließen, damit das erste Zentrum 2027 in Betrieb gehen kann. In diesen Einrichtungen sollen Migranten untergebracht werden, deren Asylanträge abgelehnt wurden, die aber nicht direkt abgeschoben werden können – etwa weil ihr Herkunftsland die Wiedereinreise verweigert oder aus Sicherheitsgründen. Wien betreibt bereits ein freiwilliges Rückkehrprogramm für Syrer und gibt an, in der ersten Hälfte 2026 rund 7.000 Personen zurückgeführt zu haben; Berlin hat die Abschiebungen nach Afghanistan wieder aufgenommen.

Österreich und Deutschland einigen sich nach Ministergesprächen in Berlin auf Fahrplan für Offshore-Rückkehrzentren


Durch die Bündelung der Ressourcen und eine gemeinsame Front hoffen die Nachbarländer, rechtliche und politische Hürden auf EU-Ebene zu überwinden, die ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit blockiert haben. Für Manager der Unternehmensmobilität ist die Botschaft zwiespältig: Einerseits sollte die engere Abstimmung zwischen den beiden größten deutschsprachigen Ländern spontane Grenzkontrollen, die seit 2015 immer wieder Geschäftsreisen behinderten, reduzieren; andererseits müssen Unternehmen, die Nicht-EU-Bürger beschäftigen, mit strengeren Identitätsprüfungen und schnelleren Widerrufen von Aufenthaltsgenehmigungen bei Vertragsende rechnen. Die Ministerien bestätigten zudem, dass die Arbeitsmarktinspektionen rund um wichtige Logistikzentren im Sommer verstärkt werden.

Österreichs Haltung zur Wiederaufnahme von Rückführungen nach Syrien bleibt umstritten. Menschenrechtsorganisationen argumentieren, dass Damaskus weiterhin unsicher sei, während die Regierung betont, dass sorgfältig geprüfte freiwillige Rückkehr mit einer Wiedereingliederungsprämie von 3.000 Euro eine humane Alternative zu langanhaltender Ungewissheit darstelle. Wien wird seine Erfahrungen beim Treffen des Rats für Inneres im Oktober mit den EU-Partnern teilen.

Praktisch sollten Einsatzplaner mit detaillierteren Fragen zur Reiseroute an österreichischen und deutschen Flughäfen rechnen und sicherstellen, dass alle Mitarbeiter, die über diese Länder reisen, Dokumente für einen legalen Aufenthalt im Schengen-Raum oder ein gültiges Visum vorweisen können. Die Ministerien kündigten an, neue Arbeitgeberhinweise herauszugeben, sobald ein Gastgeberstaat für das erste Rückkehrzentrum feststeht – voraussichtlich in Nordafrika oder auf dem Westbalkan.
Quelle: Austrian Interior Ministry press release

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