
Urlauber, die am Samstag, den 18. Juli 2026, in Richtung Süden unterwegs waren, verwandelten die Autobahn A2 erneut in einen riesigen Parkplatz. Laut dem Touring Club Schweiz (TCS) erstreckten sich die Staus am Nordportal des Gotthard-Strassentunnels bereits im Morgengrauen auf bis zu 20 Kilometer und stabilisierten sich bis zum frühen Nachmittag auf etwa 18 Kilometer, was die normale Fahrzeit um bis zu drei Stunden verlängerte. Der Gotthard ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung für den Güterverkehr und den Freizeitverkehr zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien. Der einröhrige Tunnel – der in Spitzenzeiten bereits an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet, während eine zweite Röhre gebohrt wird – ist besonders zu Beginn der Sommerferien in den Niederlanden und Deutschland anfällig für Staus. Logistikunternehmen, die zeitkritische Waren transportieren, sowie Firmen mit mobilen Mitarbeitern, die nach Norditalien pendeln, sind daher direkt von den wiederkehrenden Verkehrsbehinderungen betroffen. Die Kantonspolizei riet den Fahrern, auf die Route A13 über den San Bernardino oder die Autoverladungen Lötschberg, Simplon und Großer Sankt Bernhard auszuweichen. Zudem erinnerten sie Arbeitgeber daran, dass Berufskraftfahrer auch im Stillstand die strengen Schweizer Ruhezeitvorschriften einhalten müssen. Infrastruktur-Experten weisen darauf hin, dass die zweite Gotthard-Röhre, die 2029 eröffnet werden soll, das Sicherheitsproblem des Gegenverkehrs in einer einzigen Röhre lösen wird, jedoch die Kapazität nicht erhöht – der Bundesrat hat zugesichert, die Straße auf jeweils eine Spur pro Richtung zu beschränken. Bis dahin wird Unternehmen empfohlen, alpenquerende Lieferungen auf die Nächte unter der Woche zu legen oder möglichst auf intermodale Bahntransporte umzusteigen. Auch der Tourismussektor bereitet sich auf den störungsreichen Rückreiseverkehr am 25. und 26. Juli vor, wenn in mehreren deutschen Bundesländern die Schulen wieder beginnen und Schweizer Familien die Heimreise antreten. Hoteliers südlich der Alpen raten ihren Gästen, die Abfahrtszeiten zu staffeln oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um nicht einen ganzen Tag im Stau zu verlieren.
Quelle: SWI swissinfo.ch
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