
Auf der Sitzung des Ministerrats am 18. Juli 2026 wurde auch eine gezielte, aber politisch heikle Reform des belgischen Aufnahmeframeworks für Asylsuchende verabschiedet. Der von der Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt vorgelegte Gesetzentwurf ändert das Aufnahmegesetz von 2007, um es an die Richtlinie (EU) 2024/1346 des überarbeiteten EU-Pakts für Migration und Asyl anzupassen. Die Maßnahme hebt eine nationale Klausel auf, die die Bundesaufnahmeagentur Fedasil verpflichtete, wiederholten (sogenannten „nachfolgenden“) Antragstellern eine Unterkunft bereitzustellen, sobald ihr Antrag als zulässig erklärt wurde. Nach dem neuen Text entfällt dieser automatische Anspruch, wodurch Fedasil mehr Spielraum erhält, Erstbewerber und besonders schutzbedürftige Gruppen zu priorisieren.
Belgien steht seit langem unter erheblichem Druck wegen fehlender Aufnahmekapazitäten: Zwischen Januar und Juni 2026 verzeichnete Fedasil einen Anstieg der Nachfrage um 17 % im Vergleich zum Vorjahr, was den Notgebrauch von Jugendherbergen und Militärkasernen erforderlich machte. Die Regierung betont, dass die Änderung eine gerechtere Kapazitätssteuerung ermöglicht und Missbrauch durch wiederholte Anträge eindämmt, während die Mindeststandards der EU-Richtlinie weiterhin eingehalten werden.
Kritiker, darunter mehrere NGOs und das frankophone Zentrum für Chancengleichheit, warnen jedoch, dass die Änderung anerkannte Flüchtlinge in Obdachlosigkeit treiben und zu vermehrten Rechtsstreitigkeiten führen könnte. Operativ stellt der Gesetzentwurf klar, dass Fedasil die materielle Unterstützung für nachfolgende Antragsteller aussetzen oder einschränken darf, bis deren neuer Antrag die Zulässigkeitsprüfung des Bundesamts für Asyl und Migration bestanden hat. Zudem werden beschleunigte Verfahren für besonders schutzbedürftige Personen und Kinder eingeführt, was den EU-Vorgaben zu speziellen Aufnahmebedürfnissen entspricht.
Das Gesetz wird nun erneut dem Staatsrat zur zweiten Stellungnahme vorgelegt, da die Klausel zur materiellen Unterstützung erst nach der ersten Lesung im Dezember 2025 hinzugefügt wurde. Für Arbeitgeber und Umzugsdienstleister ist die unmittelbare Auswirkung zwar indirekt, aber spürbar. Verzögerungen bei Aufnahme- und Aufenthaltsverfahren bremsen oft die Arbeitserlaubnisanträge für mitziehende Familienangehörige hochqualifizierter Migranten, die später Asyl beantragen. Durch die Freisetzung von Kapazitäten könnte die Reform die Bearbeitungszeiten beim belgischen Einwanderungsamt verbessern.
Unternehmen, die Pro-bono-Fälle unterstützen oder Flüchtlinge im Rahmen von Talent- und Integrationsprogrammen (wie dem Talent-Pool-Pilotprojekt in Flandern) einstellen, sollten die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Verfügbarkeit von Wohnraum und die Einhaltung der EU-Vorgaben zum vorübergehenden Schutz genau beobachten. Die Debatte spiegelt einen breiteren EU-Trend wider: Während die Mitgliedstaaten gemeinsame Mindeststandards vereinbaren, verschärfen sie national die Aufnahmebedingungen. Fachleute im Bereich Mobilität sollten mit zunehmender Divergenz in Europa bei der Behandlung wiederholter Asylanträge rechnen, was sich auf den Zugang zu Sozialleistungen, Sprachförderung und letztlich die Integration in den Arbeitsmarkt auswirken wird.
Belgien steht seit langem unter erheblichem Druck wegen fehlender Aufnahmekapazitäten: Zwischen Januar und Juni 2026 verzeichnete Fedasil einen Anstieg der Nachfrage um 17 % im Vergleich zum Vorjahr, was den Notgebrauch von Jugendherbergen und Militärkasernen erforderlich machte. Die Regierung betont, dass die Änderung eine gerechtere Kapazitätssteuerung ermöglicht und Missbrauch durch wiederholte Anträge eindämmt, während die Mindeststandards der EU-Richtlinie weiterhin eingehalten werden.
Kritiker, darunter mehrere NGOs und das frankophone Zentrum für Chancengleichheit, warnen jedoch, dass die Änderung anerkannte Flüchtlinge in Obdachlosigkeit treiben und zu vermehrten Rechtsstreitigkeiten führen könnte. Operativ stellt der Gesetzentwurf klar, dass Fedasil die materielle Unterstützung für nachfolgende Antragsteller aussetzen oder einschränken darf, bis deren neuer Antrag die Zulässigkeitsprüfung des Bundesamts für Asyl und Migration bestanden hat. Zudem werden beschleunigte Verfahren für besonders schutzbedürftige Personen und Kinder eingeführt, was den EU-Vorgaben zu speziellen Aufnahmebedürfnissen entspricht.
Das Gesetz wird nun erneut dem Staatsrat zur zweiten Stellungnahme vorgelegt, da die Klausel zur materiellen Unterstützung erst nach der ersten Lesung im Dezember 2025 hinzugefügt wurde. Für Arbeitgeber und Umzugsdienstleister ist die unmittelbare Auswirkung zwar indirekt, aber spürbar. Verzögerungen bei Aufnahme- und Aufenthaltsverfahren bremsen oft die Arbeitserlaubnisanträge für mitziehende Familienangehörige hochqualifizierter Migranten, die später Asyl beantragen. Durch die Freisetzung von Kapazitäten könnte die Reform die Bearbeitungszeiten beim belgischen Einwanderungsamt verbessern.
Unternehmen, die Pro-bono-Fälle unterstützen oder Flüchtlinge im Rahmen von Talent- und Integrationsprogrammen (wie dem Talent-Pool-Pilotprojekt in Flandern) einstellen, sollten die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Verfügbarkeit von Wohnraum und die Einhaltung der EU-Vorgaben zum vorübergehenden Schutz genau beobachten. Die Debatte spiegelt einen breiteren EU-Trend wider: Während die Mitgliedstaaten gemeinsame Mindeststandards vereinbaren, verschärfen sie national die Aufnahmebedingungen. Fachleute im Bereich Mobilität sollten mit zunehmender Divergenz in Europa bei der Behandlung wiederholter Asylanträge rechnen, was sich auf den Zugang zu Sozialleistungen, Sprachförderung und letztlich die Integration in den Arbeitsmarkt auswirken wird.
Quelle: News.belgium
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