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Bundespolizei zerschlägt Netzwerk der „digitalen Sklaverei“ zur Ausbeutung ausländischer Gig-Arbeiter

Sept. 16, 2026
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Bundespolizei zerschlägt Netzwerk der „digitalen Sklaverei“ zur Ausbeutung ausländischer Gig-Arbeiter
Bei einer Morgendurchsuchung am 15. September 2026 führte die brasilianische Bundespolizei (PF) 21 Durchsuchungsbefehle in São Paulo, Rio Grande do Sul, Bahia, Pernambuco und im Bundesdistrikt durch. Ziel war ein organisierter Verbrecherring, der südasiatische Staatsangehörige mit gefälschten Freelancer-Visa nach Brasilien lockte. Den Opfern wurden Remote-Arbeitsverträge versprochen, doch ihre Pässe wurden konfisziert und sie mussten bis zu 18 Stunden täglich für ausländische Plattformen programmieren und Inhalte moderieren. Die Ermittlungen unter dem Codenamen „Operação Firewall“ begannen, nachdem Arbeitsrechts-NGOs ungewöhnliche Ansammlungen von Indern und Bangladeschern in überfüllten Wohnungen nahe Technologiezentren meldeten. Laut Marcelo Barros, Leiter der Cyberkriminalität bei der PF, nutzten die Vermittler Lücken im neuen elektronischen VITEM-System Brasiliens aus, indem sie massenhaft Visaanträge stellten, die von Konsularbeamten ohne persönliche Überprüfung durchgewunken wurden. Für globale Arbeitgeber ist der Fall ein Weckruf: Die Behörden kündigten an, jede brasilianische Firma zu prüfen, die die gefälschten Visa gesponsert hat – selbst wenn unwissentlich. Tech-Unternehmen, die Drittanbieter beschäftigen, sollten daher umgehend Compliance-Prüfungen durchführen, um sicherzustellen, dass Subunternehmer keine illegale Arbeitskräfte einschleusen. Mobilitätsexperten weisen zudem darauf hin, dass der Skandal den Conselho Nacional de Imigração dazu veranlassen könnte, die Dokumentenprüfungsregeln nur zwei Wochen nach Einführung des elektronischen Visums zu verschärfen. Die PF befreite 67 Arbeiter und sperrte Vermögenswerte in Höhe von 18 Millionen Real. Die Anklagen umfassen Menschenhandel, Versklavung und Geldwäsche mit Haftstrafen von bis zu 30 Jahren. Konsularbeamte aus Indien und Bangladesch wurden informiert, um die Rückführung oder Legalisierung der Opfer zu unterstützen.
Quelle: Correio Braziliense

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