
Der British International Freight Association (BIFA) warnt seine Mitglieder, dass die Nachwirkungen des Ausfalls der Flugverkehrskontrolle (ATC) in der vergangenen Woche trotz der Wiederaufnahme des normalen Flugbetriebs noch bis weit in diese Woche andauern könnten. In einem Briefing am 14. September erklärte der Verband, dass gestrichene Passagierflüge kurzfristig zu einem Kapazitätsengpass für Fracht im Frachtraum von Passagierflugzeugen am Flughafen Heathrow geführt haben. Pawel Jarza, Direktor für Politik und Compliance bei BIFA, erläuterte, dass vor allem Pharmazeutika, verderbliche Waren und Autoteile gefährdet seien, da sie auf eine gleichzeitige Abfertigung und temperaturkontrollierte Lagerung angewiesen sind. Die Frachtführer mussten Sendungen über Kontinental-Hubs wie Frankfurt und Paris CDG umleiten, was die Lieferzeiten um 24 bis 48 Stunden verlängert und die Transportkosten erhöht. Spediteure priorisieren Sendungen unter den Incoterms DDP und FCA und prüfen See-Luft-Kombinationen über Dubai und Singapur, um die Lieferketten aufrechtzuerhalten. Jarza forderte Versender auf, genaue Ladezeiten mitzuteilen, da „die Bodenabfertiger am Limit arbeiten und keine verspätete Annahme garantieren können.“ Der Flughafen Heathrow schätzt, dass 42 % der britischen Luftfracht außerhalb der EU nach Wert in den Frachträumen von Passagierflugzeugen transportiert werden; selbst geringe Störungen im Flugplan wirken sich daher schnell auf Einzelhandels- und Produktionsbestände aus. Branchenanalysten gehen davon aus, dass sich die Frachtströme erst am Wochenende vollständig erholen, wenn Umlaufflüge den Rückstau abgebaut haben. Unternehmen, die auf Just-in-Time-Lieferungen angewiesen sind – insbesondere in den Bereichen Life Sciences und Hightech – sollten in dieser Woche Notfallbestände aktivieren oder alternative Routen prüfen. Auch Teams, die zeitkritische persönliche Gegenstände per Luftfracht verlagern, müssen mit Verzögerungen rechnen.
Quelle: FAN Transport Insights
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