
Am zweiten Tag des 158. Gewerkschaftskongresses in Brighton warnte UNISON-Vizepräsidentin Debbie Rowden davor, dass der Vorschlag des Innenministeriums, die Wartezeit für eine Niederlassungserlaubnis zu verdreifachen, international rekrutierte Pflegekräfte, Betreuer und andere Beschäftigte an vorderster Front abschrecken werde. Nach den aktuellen Regeln erhalten die meisten Migranten nach fünf durchgehenden Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis; die Entwürfe sehen vor, diese Frist für Tätigkeiten unterhalb eines Hochschulabschlusses oder solche mit „geringem Beitrag“ auf 15 Jahre zu verlängern. Rowden erklärte den Delegierten am 15. September, dass dies Menschen „für anderthalb Jahrzehnte an einen einzigen Arbeitgeber binden“ und das Risiko von Ausbeutung in ohnehin von chronischem Personalmangel betroffenen Branchen erhöhen würde. Die Konferenz verabschiedete einen gemeinsamen Antrag, der eine landesweite Kampagne zur Abschaffung des Plans fordert und die Übertragbarkeit der Arbeitgebersponsorship verlangt, damit Pflegekräfte den Job wechseln können, ohne die Wartezeit neu zu starten. Die Intervention erhöht den politischen Druck vor der heutigen Anhörung des Innenausschusses mit der Innenministerin und signalisiert mögliche koordinierte Arbeitskämpfe, falls die Vorschläge umgesetzt werden. Für NHS-Träger und private Pflegeanbieter, die auf ausländische Rekrutierung angewiesen sind, ist die Gefahr eines höheren Personalabbaus real, da Beschäftigte alternative Länder mit schnelleren Aufenthaltswegen suchen. Arbeitgeber sollten Folgenabschätzungen vorbereiten und erwägen, sich Branchenkoalitionen anzuschließen, die Ausnahmen oder eine gestaffelte Einführung fordern. Der Fall zeigt auch ein Reputationsrisiko: Verlängerte Niederlassungszeiten könnten DE&I-Verpflichtungen untergraben und die ESG-Berichterstattung börsennotierter Unternehmen erschweren. Die Vorstände sollten sicherstellen, dass Personal- und Regierungsbeziehungen-Teams Personaldaten in die Konsultation des Innenministeriums einfließen lassen und lokale Abgeordnete vor der Gesetzesvorlage einbinden.
Quelle: UNISON News