
Zu den umstrittensten Punkten des am Donnerstag vorgestellten Migrationspakets gehört die Einschränkung der Familienbegleitung für internationale Studierende. Ausgenommen sind nur Doktoranden sowie Staatsangehörige aus dem Pazifikraum oder ASEAN-Ländern – Zugeständnisse, die darauf abzielen, Forschungstalente zu fördern und die regionale Diplomatie zu stärken. Neue Studentenvisa erlauben künftig nicht mehr, dass Ehepartner oder Kinder dem Hauptantragsteller folgen. Die Regierung begründet diesen Schritt mit der Absicht, die Wohnraumnachfrage in Großstädten zu senken und das sogenannte „Visa-Hopping“ einzudämmen, bei dem Angehörige nach der Ankunft in andere Visakategorien wechseln. Universities Australia befürchtet, dass diese Regelung das Ziel der Branche, jährlich 50 Milliarden australische Dollar an Exporterlösen zu erzielen, gefährden könnte. Familienfreundliche Länder wie Kanada und Großbritannien werben bereits verstärkt um Studierende nach der Pandemie. Bildungseinrichtungen arbeiten derzeit eilig daran, ihre Marketingmaterialien zu aktualisieren und Agenten im Ausland zu informieren. Eine Business School in Sydney berichtete gegenüber Global Mobility News, dass 28 Prozent der Anfragen für das Jahr 2027 von verheirateten Bewerbern stammen, die nun zwischen einem Studium ohne Familie oder einer Verschiebung entscheiden müssen. Auch Unternehmen, die postgraduale Programme als Talentpools für den Berufseinstieg nutzen, müssen sich umstellen. Ohne Arbeitsrechte für Partner könnten Studierende finanziell unter Druck geraten, was sich auf die Annahme von Stipendien auswirken könnte. Personalabteilungen werden aufgefordert, ihre Leistungspakete zu überprüfen und Remote-Praktika in Betracht zu ziehen, um den Talentnachschub zu sichern. Die neue Regelung soll innerhalb weniger Wochen per Verordnung in Kraft treten, wobei Migrationsanwälte mit Übergangsregelungen für Studierende rechnen, die bereits Anzahlungen geleistet haben. Organisationen, die auf studienbedingte Familienbegleitung setzen, sollten Visa-Unterkategorien und Zeitpläne vor der Buchung von Flügen genau prüfen.
Quelle: The Guardian / ABC News
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