
Spitzenverbände der Landwirtschaft schlagen Alarm: Eine stille Verlangsamung bei der Bearbeitung von Working Holiday Maker-Visa (Subclass 417/462) wirkt sich bereits aus, während die Erntesaison im Frühling näher rückt. Der Kirschbauer Steve Riseborough berichtete im ABC-AM-Programm, dass sein Obstgarten in Victoria „in sechs Wochen Hunderte von Arbeitskräften“ benötigt, die Zahl der Rucksacktouristen aber weiterhin deutlich unter dem Normalwert liegt. Der Branchenverband National Farmers Federation meldet einen starken Rückgang der Visa-Genehmigungen im August, nachdem Minister Pläne zur Begrenzung der Migration angekündigt hatten. Im Gegensatz zu den Vor-COVID-Jahren, in denen zu jeder Zeit mehr als 180.000 Backpacker im Land waren, zeigen Daten des Innenministeriums Anfang September kaum 95.000. Produzenten arbeitsintensiver Kulturen wie Beeren, Mangos und Tafeltrauben befürchten Millionenverluste, wenn Früchte ungenutzt verfaulen. Die Verlangsamung erfolgt, während die Regierung die Visapolitik angesichts von Wohnungs- und Infrastrukturproblemen neu justiert. Offizielle bestreiten eine formelle Obergrenze für Backpacker, doch Insider geben zu, dass Ressourcen zur Bearbeitung von Schutzvisaanträgen und zur Verschärfung der Integritätsprüfungen bei ausländischen Studentenanträgen umgeleitet wurden. Landwirtschaftliche Arbeitgeber kritisieren die Politik als fehlgeleitet. Backpacker dürfen nur sechs Monate bei einem Arbeitgeber arbeiten, haben selten Anspruch auf Sozialleistungen und geben 80 Cent von jedem verdienten Dollar in regionalen Gemeinden aus. Nationals-Chef Matt Canavan fordert eine sofortige „Rot-Grün-Lane“ zur beschleunigten Einreise von Erntehelfern und warnt vor Preissprüngen in Supermärkten bei anhaltenden Engpässen. Für globale Mobilitätsteams bedeutet dies, dass kurzfristige Mitarbeitereinsätze in Australiens Regionen – von der Wartung landwirtschaftlicher Maschinen bis zur Installation von Ag-Tech – zu Verzögerungen führen können, wenn Working Holiday- oder AgVisa-Alternativen nicht zügig bearbeitet werden. Notfallpläne für Einsätze in abgelegenen Gebieten und die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsfirmen werden in der Saison 2026-27 entscheidend sein.
Quelle: ABC News – AM program
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