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Österreich präzisiert Bedingungen für Wiedereinreisegenehmigungen während aktiver Einreiseverbote

Sept. 21, 2026
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Österreich präzisiert Bedingungen für Wiedereinreisegenehmigungen während aktiver Einreiseverbote
Österreichische Einwanderungsexperten berichten von einem starken Anstieg an Anfragen von ausländischen Führungskräften, die mit einem Einreiseverbot belegt sind, aber dennoch für zeitkritische Meetings nach Österreich reisen müssen. In einer ausführlichen Rechtsnotiz, veröffentlicht am 21. September 2026, analysiert die Salzburger Kanzlei Brandauer Rechtsanwälte die praktische Anwendung der wenig bekannten Wiedereinreisegenehmigung gemäß § 27a des Fremdenpolizeigesetzes (FPG).

Diese Genehmigung, die auch bei einem noch gültigen Schengen-weiten Einreiseverbot erteilt werden kann, ist streng an den Zweck des Besuchs gebunden und kann bis zu vier spezifische Auflagen enthalten: einen vorgeschriebenen Grenzübergang, eine festgelegte Reiseroute, eine territoriale Beschränkung sowie eine regelmäßige Meldepflicht bei einer Landespolizeidirektion.

Laut der Hauptautorin Mag. Mirela Saric behandeln Unternehmen die Genehmigung oft fälschlicherweise als generelle Ausnahmegenehmigung. Dabei wird übersehen, dass schon eine geringfügige Abweichung – etwa die Nutzung eines falschen Autobahngrenzübergangs – die Erlaubnis ungültig machen und an der Grenze zu Festnahme oder Abschiebung führen kann. Der Artikel appelliert daher an Personal- und Mobility-Teams, die Entscheidung „wie einen rechtsverbindlichen Reiseplan“ zu lesen und Tickets, Hotelbuchungen sowie Fahrtrouten genau mit dem Wortlaut der Genehmigung abzugleichen.

Österreich präzisiert Bedingungen für Wiedereinreisegenehmigungen während aktiver Einreiseverbote


Saric empfiehlt zudem, jeden Schritt zu dokumentieren, Bordkarten aufzubewahren und schriftliche Bestätigungen über etwaige verpflichtende Polizeimeldungen einzuholen, um die Einhaltung später nachweisen zu können.

§ 27a FPG erlaubt die Wiedereinreise nur, wenn „wichtige öffentliche oder private Interessen“ die Gründe für das ursprüngliche Verbot überwiegen und kein gesonderter Ablehnungsgrund für ein Visum vorliegt. Typische Unternehmensfälle sind nicht verschiebbare Vorstandssitzungen, werkskritische Besuche oder hochrangige Schiedsverfahren. Da das Innenministerium weiterhin restriktiv auslegt, betont die Autorin, dass Anträge mit Nachweisen zur Unentbehrlichkeit, Rückkehrgarantien und gegebenenfalls Belegen zur Bedeutung der Anwesenheit für österreichische Arbeitsplätze oder Exporte eingereicht werden sollten.

Für globale Mobility-Manager enthält die Notiz zwei wichtige Botschaften: Erstens ersetzt die Wiedereinreisegenehmigung nicht die Aufhebung oder Verkürzung des Verbots nach § 60 FPG; beide Verfahren sollten parallel verfolgt werden. Zweitens müssen Reiseplaner ausreichend Vorlaufzeit einplanen, da Fluggesellschaften die Beförderung verweigern können, wenn die Genehmigung nicht mit der geplanten Route übereinstimmt, und an Landgrenzen nur begrenzt Personal zur Verfügung steht, das das spezielle Dokument bearbeiten kann.

Kurz gesagt bieten die Klarstellungen eine wertvolle Compliance-Checkliste für multinationale Unternehmen, die sich in Österreichs florierendem, aber streng reguliertem Markt keine kurzfristigen Einwanderungsprobleme leisten können.
Quelle: Einreiseverbot.at – Brandauer Rechtsanwälte

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