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Spanien startet Pilotprojekt für EU-Ein- und Ausreisesystem am Flughafen Madrid-Barajas

Nov. 11, 2025
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Spanien startet Pilotprojekt für EU-Ein- und Ausreisesystem am Flughafen Madrid-Barajas
Spanien hat am 10. November 2025 einen entscheidenden Schritt in Richtung vollständig digitaler Schengen-Grenzen gemacht: Das Innenministerium hat am Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union aktiviert. Zwischen 6:00 und 10:00 Uhr nutzten 1.819 Drittstaatsangehörige aus Australien, Kanada, China, Argentinien, Marokko und dem Vereinigten Königreich die biometrischen Terminals zur Passkontrolle, anstatt den Pass manuell abstempeln zu lassen.

Das EES erfasst das Gesicht des Reisenden sowie vier Fingerabdrücke, verknüpft diese mit dem Passchip und dokumentiert die genaue Zeit und den Ort der Ein- oder Ausreise aus dem Schengen-Raum. Die Daten werden drei Jahre lang gespeichert und bei künftigen Reisen automatisch abgeglichen. Damit ersetzt das System die manuellen Stempel, die es Grenzbeamten bisher erschwerten, die Aufenthaltsdauer bei Kurzaufenthalten zu kontrollieren.

Spanien startet Pilotprojekt für EU-Ein- und Ausreisesystem am Flughafen Madrid-Barajas


Beamte der spanischen Nationalpolizei überwachten die erste Schicht der Passagiere und berichteten von durchschnittlichen Bearbeitungszeiten von unter 45 Sekunden nach Abschluss der Registrierung. Vor Ort erklärte Inspektor Juan Manuel Valle von der Zentralen Grenzschutz-Einheit, das Projekt werde „den Kampf gegen irreguläre Migration und organisierte Kriminalität stärken und gleichzeitig legitimen Reisenden eine schnellere, selbstständige Abfertigung ermöglichen.“

Barajas ist der erste spanische Flughafen mit dem neuen System, doch das Innenministerium hat 83 Millionen Euro für die Einführung an allen externen Schengen-Grenzstellen vorgesehen – darunter Barcelona, Málaga, Palma de Mallorca sowie die Landgrenzen in Ceuta und Melilla. Die vollständige Umsetzung soll bis zum 10. April 2026 erfolgen, dem EU-weiten Stichtag. Bis dahin werden „hybride“ Kontrolllinien betrieben, bei denen Pässe parallel zum biometrischen Scan noch abgestempelt werden, um Staus zu vermeiden.

Für Unternehmen, die Mitarbeiter nach Spanien entsenden oder von dort aus versetzen, bedeutet die Umstellung kaum Mehraufwand – abgesehen davon, dass Nicht-EU-Mitarbeiter über die Foto- und Fingerabdruckerfassung bei der nächsten Einreise informiert werden sollten. Der eigentliche Vorteil ist strategischer Natur: Sobald das EES etabliert ist, werden Überziehungen automatisch erkannt, was Arbeitgebern die Überwachung der Reisetage erleichtert und die Einhaltung der 90-Tage-in-180-Tage-Regel bei Kurzaufenthalten in Europa sicherstellt.
Quelle: Infobae (Agencias)

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