
Italien hat den 22. Februar 2026 als Datum für das ehrgeizigste digitale Grenz-Upgrade im Schengen-Raum seit der Einführung der automatisierten Passkontrolle vor einem Jahrzehnt festgelegt. Bei einer Pressekonferenz im Morgengrauen am Flughafen Rom-Fiumicino bestätigte Innenministerin Daniela Fusco, dass alle italienischen Konsulate die bekannten Visasticker einstellen und stattdessen Reisenden ein kryptografisch signiertes PDF mit einem QR-Code per E-Mail zusenden werden, das Grenzbeamte und Fluggesellschaften in Sekundenschnelle scannen können. Parallel dazu hat das Ministerium die Installation von 150 biometrischen E-Gates an den Flughäfen Mailand-Malpensa, Rom-Fiumicino, Venedig-Marco Polo und Bologna angeordnet – Flughäfen, die von tschechischen Urlaubern und Geschäftsreisenden stark frequentiert werden. Die Gates erfassen bei der ersten Nutzung Gesichts- und Fingerabdruckdaten und speichern eine verschlüsselte Vorlage, die nahtlos mit dem bevorstehenden EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) funktioniert. Laut Ministerium sanken die Warteschlangen an den Testterminals im Rahmen einer geschlossenen Beta im letzten Monat, an der Flughafenpersonal und Diplomaten teilnahmen, um 35 %. Obwohl die Reform in Rom vorangetrieben wird, hat sie Auswirkungen auf den gesamten Schengen-Raum. Die Generaldirektion Migration und Inneres der Europäischen Kommission bestätigte, dass der Pilotversuch die technischen Standards erfüllt, die alle Mitgliedstaaten bei der Digitalisierung ihrer nationalen Einreisevisa ab 2027 einhalten müssen. Die Änderung gibt tschechischen Arbeitgebern, die bei der Entsendung von Technikern zu italienischen Kunden noch auf Papier-Visa setzen, somit eine Vorwarnung: Personalabteilungen müssen ihre Compliance-Checklisten aktualisieren und mobile Mitarbeiter darin schulen, wie sie das E-Visum sicher auf dem Smartphone oder Laptop speichern. Geschäftsreisemanager begrüßen die Neuerung. Kamil Novotný, Global Mobility Lead bei Škoda Auto, sagte gegenüber Schengen Travel News, dass ein digitales Dokument schwerer zu verlieren und leichter neu auszustellen sei. „Unsere Ingenieure reisen oft über Italien zu Montagewerken in Afrika. Wenn unterwegs ein Pass gestohlen wird, war die Beschaffung eines Ersatzstickers bisher ein Albtraum. Ein erneut gesendetes PDF verschafft uns Zeit.“ Auch die Fluggesellschaften sind begeistert: Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) schätzt, dass die Abschaffung der Sticker-Kontrolle den Airlines jährlich 85 Millionen Euro an Check-in-Verzögerungen und verweigerten Boarding-Fällen erspart. Reisende, die **kein** Visum benötigen, werden ebenfalls eine Änderung bemerken. Die italienische Regierung nutzte die Ankündigung, um Besucher daran zu erinnern, dass die 20-Euro-Gebühr für die ETIAS-Reisegenehmigung bis „Ende 2026“ für alle visumfreien Staatsangehörigen – darunter auch Tschechen – gilt. Unternehmen, die kurzfristige Verkaufsgespräche in Mailand oder Turin organisieren, sollten daher die kleine, aber verpflichtende Vorregistrierungsgebühr einplanen und das 96-Stunden-Bearbeitungsfenster von ETIAS bei der Ticketausstellung berücksichtigen. Ein dreimonatiger Pilotversuch in der Praxis startet im Juli 2026, die landesweite Einführung ist für Dezember 2026 geplant. Die tschechischen Global-Mobility-Teams haben nur wenig Zeit, um Richtlinien, Reisebriefings und Systemanpassungen vorzunehmen, bevor das Papier-Visum endgültig verschwindet.
Quelle: Schengen Travel News
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