
Das tschechische Gesundheitsministerium bestätigte am 21. Februar 2026, dass inzwischen 2.841 ukrainische Ärzte, Pflegekräfte und weiteres medizinisches Personal in den Krankenhäusern und Kliniken des Landes arbeiten – ein Anstieg von 55 Prozent seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands vor vier Jahren. Detaillierte Zahlen, veröffentlicht im Nationalen Register der Gesundheitsberufe und von ČTK eingesehen, zeigen 1.098 Ärzte, 242 Zahnärzte und über 1.490 qualifizierte Pflegekräfte mit anerkannten Abschlüssen. Der plötzliche Zustrom hat dazu beigetragen, einen Sektor zu stabilisieren, der lange unter Personalmangel und einer alternden einheimischen Belegschaft litt. Das Thomayer-Universitätskrankenhaus in Prag berichtet, dass ukrainische Pflegekräfte bereits über sieben Prozent des Personals ausmachen, während das Militär-Universitätskrankenhaus 83 ukrainische Fachkräfte in kritischen Abteilungen beschäftigt. Krankenhausleiter betonen, dass die Neuankömmlinge wertvolle Erfahrungen in Intensivpflege und Traumaversorgung mitbringen, die sie unter Kriegsbedingungen gesammelt haben, heben aber auch die Notwendigkeit beschleunigter Tschechisch-Sprachkurse und Mentoring-Programme für eine sichere Patientenkommunikation hervor. Die Anerkennung ausländischer Qualifikationen bleibt ein Engpass. Bewerber müssen anspruchsvolle Fach- und Sprachprüfungen ablegen; bis zum Bestehen dürfen sie nur als Pflegehelfer oder Stationshilfen arbeiten. Im Motol-Universitätskrankenhaus bereiten sich derzeit 16 ukrainische Mitarbeiter auf diese Prüfungen vor, weitere 11 warten auf die abschließenden Unterlagen vom Ministerium. Um den Prozess zu beschleunigen, pilotiert die Regierung ein Online-Terminvergabesystem und fördert Vorbereitungskurse, mit dem Ziel, die durchschnittliche Anerkennungsdauer bis 2027 von 18 auf neun Monate zu verkürzen. Für Teams, die medizinisches Personal nach Tschechien vermitteln, gibt es zwei wichtige Compliance-Punkte: Erstens bedeutet die Umstellung auf ein vollständig digitales Einwanderungssystem zum 1. Januar 2026, dass alle Anträge auf langfristige Beschäftigungskarten nun über das neue Ausländer-Konto eingereicht werden müssen; zweitens stehen Gesundheitsberufe weiterhin auf der Liste der „essentiellen Berufe“, was Krankenhäusern zwar Prioritätsquoten sichert, sie aber auch nach der Ankunft verpflichtenden Sprachkompetenzprüfungen unterwirft. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Integration von geflüchteten Fachkräften kostengünstiger und schneller ist als die Rekrutierung außerhalb der EU. Da auch die Slowakei und Deutschland parallele Schnellverfahren anbieten, müssen tschechische Krankenhäuser weiterhin wettbewerbsfähige Gehälter und Umzugspakete – inklusive Unterstützung bei Arbeitserlaubnissen für Ehepartner und Schulplatzvermittlung – bieten, um diese wertvolle Fachkräftegruppe zu halten.
Quelle: ČeskéNoviny / ČTK
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