
Berlin hat Brüssel offiziell mitgeteilt, dass die im Jahr 2023 zunächst als „vorübergehend“ eingeführten Grenzkontrollen um weitere sechs Monate verlängert werden – mindestens bis zum 15. September 2026. Die Ankündigung vom 16. Februar durch Innenminister Alexander Dobrindt bedeutet, dass die Bundespolizei weiterhin Autos, Busse und Züge aus allen Nachbarstaaten – einschließlich Tschechien – kontrollieren wird, obwohl die Schengen-Regeln interne Kontrollen eigentlich nur als Ausnahme zulassen.
In der Grenzregion Sachsens stieß die Entscheidung auf scharfe Kritik von der Grünen-Europaabgeordneten Anna Cavazzini, die der deutschen Regierung vorwirft, systematisch gegen EU-Recht zu verstoßen und Unternehmen zu belasten. Sie unterstützt eine Klage eines sächsischen Pendlers, der die wiederholten Verlängerungen für rechtswidrig hält. Speditionsverbände berichten, dass Stichprobenkontrollen auf den Korridoren D5 (Rozvadov–Waidhaus) und D8 (Ústí nad Labem–Dresden) bereits zu Verzögerungen von 30 bis 45 Minuten bei Just-in-Time-Lieferungen führen, was Unternehmen zwingt, größere Lagerbestände anzulegen.
Rund 40.000 tschechische Pendler überqueren täglich die Grenze nach Bayern und Sachsen, um in der Produktion, Logistik und im Gesundheitswesen zu arbeiten. Viele sind auf Regionalzüge wie den EuroCity Prag–Berlin angewiesen, bei denen Betreiber angeben, dass eine vollständige Wagenkontrolle bis zu einer halben Stunde Verzögerung verursachen kann. Personalverantwortliche müssen nun mit größerer Unsicherheit bei der Planung rechnen und mit Überstundenkosten, wenn Mitarbeiter verspätet eintreffen.
Für Geschäftsreisende hat die Maßnahme doppelte Auswirkungen: Neben längeren Reisezeiten müssen sie Reisepässe oder Personalausweise mitführen und ihren Reisegrund erläutern können. Obwohl die Ablehnungsquoten niedrig bleiben, warnen Mobilitätsmanager davor, dass Mitarbeiter ohne Dokumente mit Einreiseverweigerung und teuren Umleitungen rechnen müssen. Unternehmen raten daher, für Reisen nach Deutschland mindestens eine Stunde mehr Zeit einzuplanen und digitale Buchungsbestätigungen griffbereit zu halten.
Die Europäische Kommission muss die deutsche Mitteilung noch prüfen. Wird sie genehmigt, hat Berlin die maximal zulässige Gesamtdauer von drei Jahren gemäß dem aktuellen Schengen-Kodex erreicht, was später in diesem Jahr zu einem Rechtsstreit führen könnte. Multinationale Unternehmen mit Lieferketten entlang der tschechisch-deutschen Grenze sollten die Klage und die Reaktion der Kommission genau beobachten, da beide eine plötzliche Kehrtwende in der Politik und damit eine weitere Anpassungsrunde in den Abläufen erzwingen könnten.
In der Grenzregion Sachsens stieß die Entscheidung auf scharfe Kritik von der Grünen-Europaabgeordneten Anna Cavazzini, die der deutschen Regierung vorwirft, systematisch gegen EU-Recht zu verstoßen und Unternehmen zu belasten. Sie unterstützt eine Klage eines sächsischen Pendlers, der die wiederholten Verlängerungen für rechtswidrig hält. Speditionsverbände berichten, dass Stichprobenkontrollen auf den Korridoren D5 (Rozvadov–Waidhaus) und D8 (Ústí nad Labem–Dresden) bereits zu Verzögerungen von 30 bis 45 Minuten bei Just-in-Time-Lieferungen führen, was Unternehmen zwingt, größere Lagerbestände anzulegen.
Rund 40.000 tschechische Pendler überqueren täglich die Grenze nach Bayern und Sachsen, um in der Produktion, Logistik und im Gesundheitswesen zu arbeiten. Viele sind auf Regionalzüge wie den EuroCity Prag–Berlin angewiesen, bei denen Betreiber angeben, dass eine vollständige Wagenkontrolle bis zu einer halben Stunde Verzögerung verursachen kann. Personalverantwortliche müssen nun mit größerer Unsicherheit bei der Planung rechnen und mit Überstundenkosten, wenn Mitarbeiter verspätet eintreffen.
Für Geschäftsreisende hat die Maßnahme doppelte Auswirkungen: Neben längeren Reisezeiten müssen sie Reisepässe oder Personalausweise mitführen und ihren Reisegrund erläutern können. Obwohl die Ablehnungsquoten niedrig bleiben, warnen Mobilitätsmanager davor, dass Mitarbeiter ohne Dokumente mit Einreiseverweigerung und teuren Umleitungen rechnen müssen. Unternehmen raten daher, für Reisen nach Deutschland mindestens eine Stunde mehr Zeit einzuplanen und digitale Buchungsbestätigungen griffbereit zu halten.
Die Europäische Kommission muss die deutsche Mitteilung noch prüfen. Wird sie genehmigt, hat Berlin die maximal zulässige Gesamtdauer von drei Jahren gemäß dem aktuellen Schengen-Kodex erreicht, was später in diesem Jahr zu einem Rechtsstreit führen könnte. Multinationale Unternehmen mit Lieferketten entlang der tschechisch-deutschen Grenze sollten die Klage und die Reaktion der Kommission genau beobachten, da beide eine plötzliche Kehrtwende in der Politik und damit eine weitere Anpassungsrunde in den Abläufen erzwingen könnten.
Quelle: Welt (dpa wire)
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