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Deutschland plant, Asylbewerbern bereits nach drei Monaten Arbeit zu erlauben

Feb. 23, 2026
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Deutschland plant, Asylbewerbern bereits nach drei Monaten Arbeit zu erlauben
Deutschlands neuer Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellte am 22. Februar 2026 seinen sogenannten „Sofort-in-Arbeit-Plan“ vor. Nach den aktuellen Regelungen müssen die meisten Asylsuchenden neun Monate – teilweise sogar länger – warten, bevor sie eine reguläre Beschäftigung aufnehmen dürfen. Dobrindt schlägt vor, diese Wartezeit auf nur noch neunzig Tage zu verkürzen. In der Praxis könnten demnach alle, die einen Asylantrag gestellt und die ersten Sicherheitsprüfungen bestanden haben, bereits während des laufenden Asylverfahrens eine Vollzeit-, Teilzeit- oder Minijob-Beschäftigung aufnehmen.

Hintergrund für diesen Schritt sind zwei Entwicklungen: Zum einen klagen deutsche Unternehmen über chronischen Fachkräftemangel. Die Bundesagentur für Arbeit schätzt die Zahl der offenen Stellen auf 1,8 Millionen, besonders betroffen sind die Branchen Gastronomie, Logistik und Sozialwesen. Zum anderen sind die Asylzahlen seit den Grenzkontrollerweiterungen 2025 etwa um die Hälfte zurückgegangen; Kritiker bemängeln, dass die Untätigkeit der Neuankömmlinge in den Aufnahmeeinrichtungen teuer ist und die Integration erschwert.

Deutschland plant, Asylbewerbern bereits nach drei Monaten Arbeit zu erlauben


Wirtschaftsverbände wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) begrüßten die Ankündigung und sehen darin die Chance, „einen dringend benötigten Talentpool“ für kleine und mittlere Unternehmen in ländlichen Regionen zu erschließen. Einige Bundesländer betreiben bereits Pilotprojekte, die Arbeitserlaubnisse für ukrainische und balkanische Staatsangehörige beschleunigen; Dobrindts Vorschlag soll diese Praxis bundesweit vereinheitlichen.

Der Plan ist jedoch nicht unumstritten. Die Grünen werfen dem Minister einen „Marketing-Gag“ vor und warnen, dass Sprachkurse und Integrationsangebote gerade dann gekürzt werden, wenn ein schnellerer Zugang zum Arbeitsmarkt versprochen wird. Gewerkschaften befürchten, dass verzweifelte Asylsuchende in Niedriglohnbranchen ausgebeutet werden könnten, sofern die Mittel für Arbeitsinspektionen nicht parallel erhöht werden. Die SPD, Koalitionspartner der CSU, signalisierte vorsichtige Zustimmung, forderte aber eine strengere Kontrolle von Mindestlohn- und Tarifvertragsstandards.

Sollte der Entwurf im Bundesrat im März grünes Licht erhalten, könnten Arbeitgeber bereits ab dem 1. Juli 2026 Asylsuchende nach den neuen Regeln einstellen. Mobilitätsmanager sollten ihre Onboarding-Checklisten aktualisieren und sicherstellen, dass die HR-Informationssysteme die neuen Aufenthaltsstatus-Codes, die mit den beschleunigten Arbeitserlaubnissen einhergehen, erfassen.
Quelle: Upday

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