
Eine am 23. Februar 2026 im östlichen Bezirk von Washington veröffentlichte Anklageschrift erhebt gegen vier Personen 51 Anklagepunkte wegen Verschwörung, Visabetrugs, Zwangsarbeit und verwandter Straftaten im Zusammenhang mit dem H-2A-Programm für temporäre landwirtschaftliche Arbeitskräfte. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten, die unter dem Namen „Harvest Plus“ agierten, vor, gefälschte Arbeitsbedarfsnachweise für zehn Farmen in den Bezirken Yakima und Benton erstellt zu haben, um über drei Saisons mehr als 500 mexikanische Arbeiter einzuführen. Viele der Arbeiter wurden nach ihrer Ankunft in den USA zu nicht genehmigten Tätigkeiten gezwungen, erhielten keinen Überstundenzuschlag, wurden in überfüllten Wohnwagen untergebracht und mit Abschiebung bedroht, falls sie sich beschwerten. Ermittler des Office of Inspector General des Arbeitsministeriums und des Diplomatic Security Service des Außenministeriums deckten das System nach Hinweisen von lokalen Unterstützern auf. Die Anklage unterstreicht die zunehmende Kontrolle von Gastarbeiterprogrammen angesichts parteiübergreifender Forderungen nach einer Ausweitung legaler Arbeitswege bei gleichzeitiger Verhinderung von Ausbeutung. Arbeitgeber, die auf H-2A-Arbeitskräfte angewiesen sind, müssen mit verstärkten Prüfungen ihrer Rekrutierungspraktiken, Wohnbedingungen und Lohnabrechnungen rechnen. Der Fall macht zudem die strafrechtlichen Risiken für Drittanbieter von Arbeitskräften deutlich, die Anträge fälschen. Dem Hauptangeklagten drohen bei Verurteilung jahrzehntelange Haft und die Einziehung illegaler Gewinne. Das Justizministerium betonte, dass es sich bei den Anklagen um Vorwürfe handelt und alle Angeklagten bis zum Beweis ihrer Schuld als unschuldig gelten.
Quelle: U.S. Department of Labor OIG