
Ein ausführlicher Bericht vom 25. Februar warnt, dass das Ein- und Ausreisesystem der EU (EES) ab dem 10. April 2026 an allen Schengen-Außengrenzen verpflichtend wird – also in nur sechs Wochen. Nach dem neuen Verfahren müssen Besucher aus Drittstaaten bei der ersten Einreise Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto abgeben; bei späteren Reisen genügt ein schneller biometrischer Scan. Das manuelle Abstempeln von Pässen entfällt, und das System überwacht automatisch die 90/180-Tage-Aufenthaltsregel. Für in Belgien ansässige multinationale Unternehmen bedeutet das eine doppelte Veränderung: Zum einen könnten an den Flughäfen Brüssel und Charleroi längere Wartezeiten für einreisende Kunden, Lieferanten oder Praktikanten entstehen, bis die Kioske reibungslos funktionieren. Zum anderen müssen viele belgische Mitarbeiter, die außerhalb der EU reisen, bei der Rückkehr dieselbe biometrische Prozedur durchlaufen, was eine pünktliche Wiedereinreise besonders für Entsandte mit bald ablaufendem Visum wichtig macht. Die Mitgliedstaaten können eine 90-tägige Aussetzung des EES beantragen, um Chaos in der Sommerferienzeit zu vermeiden – allerdings nur einmalig und maximal um weitere 60 Tage. Unternehmen sollten daher davon ausgehen, dass das System während der geschäftsreisestarken Monate Juni und Juli aktiv ist, und zusätzliche Zeitpuffer in Reisepläne einbauen. Der Artikel weist zudem auf ETIAS hin – Europas Antwort auf das britische ETA –, das erst starten kann, wenn das EES stabil läuft. Die Visastrategie der Kommission vom Februar verspricht bis 2028 eine vollständig digitale Bearbeitung von Kurzzeitvisa sowie Fünf-Jahres-Mehrfacheinreisevisa für vertrauenswürdige Geschäftsreisende. Belgische Personalabteilungen könnten letztlich von schnelleren Verlängerungsmöglichkeiten profitieren, müssen aber zunächst eine Phase operativer Umstellungen meistern. Eine frühzeitige Kommunikation mit Reisenden ist entscheidend: Sie sollten angewiesen werden, mehr Zeit an den Grenzkiosken einzuplanen, Nachweise für Weiterreisen mitzuführen und Flughafen-Apps zur Überwachung der Warteschlangen zu nutzen. Wer sich nicht anpasst, riskiert verpasste Anschlussverbindungen und Strafkosten bei zeitkritischen Einsätzen.
Quelle: VisaInfoGuide
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