
Am 25. Februar um 04:00 Uhr GMT hat das Vereinigte Königreich die vollständige Durchsetzung seines Electronic Travel Authorisation (ETA)-Programms gestartet. Ab diesem Zeitpunkt müssen Nicht-Visumspflichtige – darunter auch Belgier – eine genehmigte ETA für 16 £ oder ein gültiges UK-Visum vorweisen, bevor Fluggesellschaften, Fährunternehmen oder Eurostar eine Bordkarte ausstellen. Britische und irische Staatsbürger sind ausgenommen, doch Doppelstaatsbürger mit britischem Pass müssen nun einen gültigen UK- oder irischen Reisepass (oder ein „Certificate of Entitlement“ für 589 £) vorlegen, anstatt sich auf ihre andere Staatsangehörigkeit zu verlassen. Innenminister Mike Tapp bezeichnete die Einführung als „entscheidend für die moderne Grenzsicherheit“ und betonte, dass Transportunternehmen mit Strafen rechnen müssen, wenn sie Passagiere ohne gültige Einreisegenehmigung befördern. Die Anbieter haben eine neue „Permission to Travel“-API integriert, die Buchungen ohne gültige ETA-Referenz automatisch ablehnt – ähnlich dem US-amerikanischen ESTA-System. Für belgische Unternehmen ist die Änderung bedeutend. Eurostar bestätigt, dass Kontrollen am Bahnhof Brüssel-Midi stattfinden; abgewiesene Reisende könnten wichtige Termine verpassen und zusätzliche Hotelkosten verursachen. Personalabteilungen sollten daher die ETA-Bearbeitungszeiten – offiziell drei Tage, im Durchschnitt jedoch 12 Stunden – in ihre Reisegenehmigungsverfahren einplanen. Das Programm offenbart zudem Lücken für belgische Einwohner mit britischer Staatsbürgerschaft, die ihren britischen Pass nie erneuert haben; ihnen droht nun die Verweigerung des Boardings. Unternehmen mit in Belgien angestellten UK-Mitarbeitern sollten die Gültigkeit der Pässe überprüfen und Schnellverfahren für Passverlängerungen einplanen. Für die Zukunft plant das Innenministerium, die ETA-Gebühr auf 20 £ anzuheben und bis Ende 2026 die BRP-Aufenthaltskarten durch eVisas zu ersetzen. Diese Erfahrungen geben einen Vorgeschmack auf das EU-eigene ETIAS-System, das für 2027 erwartet wird, und unterstreichen den Trend zu vollständig digitalen Reisegenehmigungen auf beiden Seiten des Ärmelkanals.
Quelle: The Independent
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