
Das in Brüssel ansässige Nachrichtenportal Brussels Signal berichtet, dass eine von dem französischen Europaabgeordneten Philippe Olivier (Patrioten für Europa/ECR) initiierte KI-Plattform diese Woche gestartet wurde, um zu überwachen, wie die Mitgliedstaaten den EU-Migrationspakt umsetzen. Obwohl das Tool technisch bereits am 4. März vorgestellt wurde, dominierte die Initiative am 6. März die Flure des Parlaments, als Abgeordnete Demo-Zugänge teilten. Das Dashboard bündelt Amtsblätter, Parlamentsabstimmungen und Gerichtsentscheidungen in einer durchsuchbaren Wissensdatenbank. Ein integrierter Chatbot – basierend auf einem geschlossenen Korpus, um Fehlinformationen zu vermeiden – beantwortet Fragen zu Haftgrenzen, Solidaritätsquoten oder Einspruchsfristen in den einzelnen Ländern. Olivier betont, dass das System „versteckte Kosten“ für besonders betroffene Staaten wie Frankreich aufdecken wird, die bereits hohe Asylbewerberzahlen verzeichnen. Befürworter sehen in dem Tool eine Hilfe für Unternehmen und NGOs, um sich auf unterschiedliche nationale Regelungen einzustellen, sobald der Pakt ab Juni 2026 vollständig gilt. So könnten Mobilitätsmanager etwa sofort vergleichen, ob Frankreich, Deutschland oder Polen unter den neuen Talentpartnerschaften Lohnzusicherungen für versetzte Arbeitskräfte verlangen – im Gegensatz zur heutigen manuellen Recherche in 27 Rechtssystemen. Kritiker aus der Mitte befürchten, dass die Daten im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl 2027 politisch instrumentalisiert werden könnten. Sie warnen, dass eine selektive Nutzung von Rückkehrquoten anti-immigrantische Narrative befeuern könnte. Olivier entgegnet, dass Transparenz allen Seiten zugutekommt und lädt Journalisten ein, die Datenbasis kritisch zu hinterfragen. Praktische Auswirkungen: Unternehmen, die Mitarbeiter nach Frankreich versetzen, könnten bald auf das Dashboard – sobald der öffentliche Zugang freigeschaltet ist – zurückgreifen, um Fristen einzuhalten oder zu erkennen, wann die Präfekturen neue Sprachtestanforderungen, die im Januar eingeführt wurden, anwenden. Zu den frühen Nutzern zählen mehrere in Paris ansässige Relocation-Firmen, die sich als Beta-Tester angemeldet haben.
Quelle: Brussels Signal